Der Kampf um Amazon-Bewertungen

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Wie es sich für ein Imperium gehört, startete die Amazon Website im Jahre 1995 (Gründer Jeff Bezos) in den USA – Lagerraum war eine Garage in Seattle.

Gestartet als bequeme Plattform für den Buchverkauf, entwickelte sich das Unternehmen auf das Ziel gerichtet, alles für den Kunden zu bieten, was man online kaufen kann. Heute wartet der Branchenriese mit über 2 Millionen Dritt-Verkäufern auf und hat im letzten Jahr (2014) alleine in Deutschland einen Umsatz von 11,9 Milliarden Euro erzielt.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/amazon-umsatz-in-deutschland-waechst-um-ueber-eine-milliarde/11315112.html

Verständlich, dass jeder Verkäufer nach positiven Bewertungen auf seinem Profil schielt. Sie wecken das Vertrauen in die Qualität der Ware und die Leistungsfähigkeit, Kundenorientierung und Servicequalität eines Unternehmens, das oft seine Güter nicht im Direktverkauf anbietet. Die Globalisierung hat eben zwei Seiten einer Medaille. Einerseits kann auch ein Kleinbetrieb in der tiefsten Provinz nun seine Artikel weltweit anbieten – andererseits ist ein „Schnäppchen“ oft nur im Ausland zu machen oder an Standorten, wo Nebenkosten niedrig gehalten werden können. Die persönliche In-Augenscheinnahme entfällt somit meist.

Amazon Bewertungen und Rezensionen: Was ist davon zu halten?

Bewertungen und Reviews auf dieser – und jeder anderen – Plattform können ehrlich, hilfreich und zielführend sein. Der statistische Durchschnitt ist umso aussagekräftiger, je mehr Kunden aus unterschiedlichen Lebensbereichen, Altersgruppen, Einkommensschichten und Bildungshintergründen ihre Meinung kund getan haben. Schwierig wird es immer dann, wenn noch keine Kauferfahrung von anderen zu finden ist oder sich nur eine Person geäußert hat. Hier zieht der potenzielle Kunde gerne vorbei und richtet sich nach der Herde …

Geheimtipp: verifizierter Verkauf

Ein Geheimtipp, der so geheim ist, dass ihn mittlerweile jeder kennt: Nur der verifizierte Kauf ist ein echter Verkauf!

Der verifizierte Kauf ist also die Königsklasse und diese Rezensionen müssen der Wahrheit entsprechen? Weit gefehlt. Verifizierte Verkäufe lassen sich ganz einfach produzieren. Die Ware wird von einem Kunden tatsächlich gekauft, aber innerhalb von 14 Tagen zurückgesandt. Selbstredend erhält der Kunde sein Geld zurück. Davon erfahren aber nur er und der Verkäufer. Die Rezension kann unter „verifizierter Kauf“ abgegeben werden und ist von anderen Käufen nicht mehr zu unterscheiden.

Andere Ungereimtheiten

Für Top-Rezensenten hat sich Amazon eine besondere Ehrung ausgedacht: die HALL OF FAME. Wer es einmal in die HALL OF FAME geschafft hat, darf diese Auszeichnung ein Leben lang behalten. Ein geheimer, eigens erdachter Algorithmus (etwas, dass man sonst hauptsächlich von Google kennt) ermittelt das Ranking der geehrten Mitgestalter.

Ein mehr oder minder bekannter „Aussteiger“ packt aus: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/top-rezensenten-man-benutzt-amazon-und-wird-benutzt-11761329.html

Er will in 10 Jahren 3468 Buchkritiken veröffentlicht haben. Eine einfache Rechenaufgabe – es handelt sich um nur knapp 350 Bücher im Jahr, die er somit durchschnittlich besprochen haben muss. Es stellt sich hier natürlich die Frage: „Wie kann jemand so viele Bücher in dieser Zeit gelesen haben?“

Fazit:

Amazon-Rezensionen sind ein mächtiges Werbemittel mit hoher Reichweite – heute unverzichtbar, aber nicht immer kritiklos anzunehmen. Wie bunte Hochglanzbroschüren, Flyer und Werbeeinblendungen im TV können sie Anregung und Information sein. Die eigene Meinung zu einem Produkt oder einer Dienstleistung muss sich jeder selbst bilden – und das ist gut so!

Kundenbewertungen – Segen oder Fluch?

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Je nach Standpunkt (Verkäufer oder Kunde) können sich Online-Bewertungen als hilfreich oder vernichtend herausstellen.
Die Einkaufswelt hat sich deutlich verändert und viele Artikel müssen nicht mehr tagelang im stationären Handel gesucht werden. Andererseits ist der Kunde anspruchsvoller geworden: Unterschiedlichste Zahlungsmethoden, blitzschnelle Lieferung und Rücknahmen bei den kleinsten Makeln oder ein kostenaufwendiger Kauf auf Probe sind heute gefordert. Online-Bewertungen sind Teil dieser Veränderungen.

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