Online-Reputation: Existenziell für Unternehmer

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Der gute Ruf im Internet ist für alle wichtig, die auf mittelbare oder unmittelbare Art dort ihre Brötchen verdienen möchten. Bewerber in vielen Branchen sollten darauf achten, was das WWW über sie hergibt. Dies gilt für Personen, die sich für gehobenen Positionen bewerben ebenso, wie für Stellensuchende deren Arbeitgeber im Internet stark vertreten ist.

Allerdings lässt sich auch nicht ausschließen, dass für simple Aushilfsjobs die Online-Reputation das Zünglein an der Waage für einen geeigneten Kandidaten darstellen kann. Während wir Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, grundsätzlich erst einmal nicht googlen, wird auch unsererseits im „Schadensfall“ genauer hingesehen …

Interessanter und erstaunlich ist, von wem man im Privatbereich ausgespäht und mit seinen vermeintlichen Missetaten konfrontiert wird. Liegt es am allgemeinen Vertrauensverlust, an der sozialen Inkompetenz oder an einer ansteckenden Datensammelwut? Wir wissen es nicht genau und müssen auch nicht alles ganz genau wissen.


Denn wäre ein Zusammenleben überhaupt noch möglich, wenn jeder den kleinsten Gedanken des anderen kennen würde?


Besonders Online-Shops und -dienstleister sollten auf Ihre Reputation achten

Der Grund ist ganz einfach. In Ermangelung eines Ladengeschäfts sind Shopbetreiber und Dienstleister nur theoretisch greifbar. Keiner kann zum Zeitpunkt der Bestellung mit absoluter Sicherheit sagen, ob der Anbieter nicht bereits auf den Cayman-Inseln weilt und nur noch die Zahlungen abschöpft.

Gerne verstecken sich aber auch physisch anwesende Geschäftsinhaber hinter Adressen, die im anderen Teil des Landes oder im Ausland existieren. Bei einer Reklamation in München wird kaum jemand einen Geschäftsinhaber in Flensburg aufsuchen, wenn die bestellte Ware nicht einwandfrei funktioniert oder nur einen einstelligen Betrag gekostet hat. Beim Laden in der Nachbarschaft war dieser Weg kein Problem …

Wege, um die eigene Reputation zu überwachen oder zu stärken

  • Löschungen beantragen

Überwachen Sie in regelmäßigen Abständen, was über Sie im Netz verbreitet wird. Geben Sie dazu Ihren Namen oder den Namen Ihres Unternehmens in die Suchmaschinen ein. Nicht nur Google ist hier relevant, sondern auch andere Suchmaschinen wie Bing oder Yahoo. Die Bildersuche nicht vergessen!

Falls Ihnen etwas zu sauer aufstößt, bitten Sie die Seitenbetreiber, die Eintragungen zu löschen. Manchmal gelingt dies leider nicht ohne Rechtsbeistand.

  • Pimpen Sie Ihren Ruf mit Charity-Aktionen

Falls Sie ein Herz für Kinder, Tiere, Senioren oder andere Gruppen haben, sollten Sie dies auf Ihrer Firmenwebsite ganz klar kommunizieren. Am besten natürlich mit einem Verweis auf die entsprechende Organisation, die im Idealfall einen Bericht über Ihre Unterstützung veröffentlicht hat.

Verzichten Sie dabei auf Fake-Bewertungen, um die Sie ihre Mitarbeiter oder Familienangehörige bitten. Wer heute Ihr Vertrauen genießt, kann morgen bereits eine Arbeitsschutz-Klage gegen Sie einreichen. Denn wie brandneue Untersuchungen ergeben haben, trauen mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer ihrem Chef nicht.

Im Übrigen ist es nicht verboten, Kunden um Bewertungen zu bitten. Entscheidend ist die Form und die Bedingungen, die Sie Ihren Käufern stellen.

  • Antworten Sie auf Bewertungen und Meinungsäußerung

Wo immer möglich: Lassen Sie unwahre oder rufschädigende Bewertungen, Blogbeiträge oder Berichte nicht unbeantwortet stehen. Dies erfordert u. U. einen nicht unerheblichen Zeitaufwand, der Ihnen Ihr guter Ruf allerdings wert sein sollte. Signalisieren Ihren potenziellen Kunden, dass Sie deren Anmerkungen ernst nehmen oder berichtigen Sie falsche Darstellungen. Treten Sie mit virtuellen Stänkerern öffentlich in Kontakt und nennen Sie einen ganz klaren Ansprechpartner, an den sie/er sich wenden kann. Sie werden überrascht sein, zu welch guten Ergebnissen dies führen kann. Die Erfahrung hat gezeigt, dass aus negativen Bewertungen sogar positive werden können, ohne dass die Beschwerdeführer mit einem Wort darum gebeten werden. Auch wenn dies nicht immer der Fall ist, haben Sie in einem Diskussionsfaden oft „das letzte Wort“.

  • Beziehen Sie Social Media Kanäle mit ein (Facebook, Twitter, Google etc.)

Dort können Sie nicht nur sofort regieren, wenn sich Probleme abzeichnen, sondern auch eine ausgezeichnete Kundenbindung schaffen. Sie haben das Ohr direkt an Ihrer Zielgruppe und können zeitnah antworten, wenn die Gefährdung Ihres guten Rufes droht. Auch wenn Sie diese Plattformen nicht aktiv nutzen möchten, können sich dort Gerüchte oder unliebsame Wahrheiten in Windeseile verbreiten.

  • Arbeiten Sie mit verschiedenen Bewertungsportalen zusammen

Nicht jede Bewertungsplattform wird von jedem Ihrer Kunden gleichermaßen favorisiert. Jemand, der Sie gerne bei Facebook bewertet, hat möglicherweise kein Interesse, sich bei TrustedShops anzumelden. Manche Käufer geben ihr Urteil am liebsten bei Yelp ab, während andere Bewertungsmöglichkeiten auf Ihrer eigenen Firmen-HP suchen. Machen Sie es dem meist kleinen Kreis von passionierten Rezensenten einfach, eine Bewertungsmöglichkeit zu finden. Und falls alles aus dem Ruder zu laufen droht – schalten Sie die Bewertungsmöglichkeiten hier und da einfach aus.

  • Die Königsdisziplin: Liefern Sie eigenen Content

Der beste Weg um unliebsame Äußerungen über Sie oder Ihr Unternehmen zu verdrängen: Bloggen Sie, texten Sie (oder lassen Sie texten) und liefern Sie immer wieder neue Artikel mit Mehrwert für Ihre Leser oder Kunden. Auf diese Art und Weise können Sie nicht nur Mitbewerber, sondern auch weniger schmeichelhafte Nachrichten auf die hinteren Ränge verweisen.

  • Last but not least: Trennen Sie Privates von Offiziellem

Dieser Tipp lässt sich vermutlich am Schwierigsten umsetzen. Denn längst genügt es nicht mehr, eine oder mehrere private Email-Adressen, Postfächer oder Accounts zu nutzen. Selbst bei äußerster Vorsicht geraten private und öffentliche Bestellungen, Meinungsäußerungen, Forenbeiträge, Likes, Shares etc. durcheinander und schon wird alles erfasst und verknüpft, was nicht für jeden zugänglich sein sollte.

Im Grunde sollte nicht nur mit unterschiedlichen Passwörtern, Email-Konten und IP-Adressen gearbeitet werden, sondern die Hardware sollte nicht einmal an der gleichen physischen Adresse stehen. Tja, wir haben es nicht anders gewollt …

Soziale Medien verstehen

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Soziale Medien sind nicht nur Rankingfaktor

 

Man kann es drehen und wenden wie man möchte: Content ist und bleibt King! Alles andere wäre auch barer Unsinn. Während sich die einen noch Gedanken machen, ob man das Ranking am besten mit H2-Überschriften oder mit exotischen Keywords verbessern kann, bieten andere ihren Kunden einfach Mehrwert, identifizieren sich mit ihrem Thema und veröffentlichen tollen Content, nach dem die Interessenten auch wirklich suchen. Und ziehen an den Tüftlern und Bastlern in aller Ruhe vorbei …

Aber Facebook, Twitter und Co. sind mittlerweile ebenfalls wichtige Rankingfaktoren geworden, ob es offiziell von Google zugegeben wird oder nicht. Social Signals machen den Unterschied. Ohne ins Detail gehen zu wollen, liegen die Zusammenhänge auf der Hand. Eine Website, die immer wieder von vielen unterschiedlichen Menschen und auf vielen Plattformen Erwähnung findet, muss wichtige Informationen bergen. Und letztendlich greifen deshalb Manipulationsmaßnahmen wie gekaufte Follower zu kurz. Eine Homepage, auf der es „nichts zu holen“ gibt, kann nur durch ständige Eingriffe und finanzielle Aufwendungen am Leben gehalten werden. Wozu?

Soziale Medien sind ein Rankingfaktor, aber nur einer von vielen. Sie haben noch viel mehr zu bieten und können im Wettbewerb das Zünglein an der Waage ausmachen.

Demokratisierung durch soziale Medien

 

Ein wichtiger Prozess, der durch die sozialen Medien entsteht, ist die Demokratisierung. Unternehmen, die dies verstanden haben, verstecken sich nicht mehr hinter dem Bollwerk ihrer Firmen-Seite und regieren von oben herab. Sie begeben sich auf Augenhöhe mit ihren Kunden und treten (wenn sie clever sind) in den Dialog mit ihren Kunden. So sind z. B. Facebook-Seiten, auf denen Firmen nur ihre neuesten Angebote posten, nichts anderes als eine weitere Werbefläche.

Langweilig für den Betrachter und deshalb einfach uninteressant.

Leben findet in den sozialen Medien statt

 

Das wirkliche Leben findet erst dann auf der eigenen Social-Media-Präsenz statt, wenn Anfragen nicht an der Wand des Schweigens zerschellen. Wenn eine Firma Gesicht zeigt, vielleicht ihren Humor teilt, etwas Unverfängliches, aber Interessantes aus den internen Abläufen postet und versucht, Anregungen und Beschwerden ernst zu nehmen. Der Dialog, der bei vielen Unternehmen, z. B. Online-Shops, nicht mehr an der Ladentheke stattfindet, kann in den sozialen Medien wieder aufgenommen werden. Was immer sich im Unternehmen-Kunden-Verhältnis geändert haben mag, eines ist gleich geblieben: Kunden möchten nicht als Geldgeber oder Aktivposten wahrgenommen werden.

Soziale Medien sind schneller und reichen weiter

 

Der Vorteil (manche mögen auch einen Nachteil darin sehen) der sozialen Medien ist die Öffentlichkeit. Während früher ein einsamer Verbraucher einem Konzern gegenüber stand und darauf angewiesen war, wann und ob überhaupt eine Rückmeldung kam, haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben. Posts bei Facebook und Co. erreichen heute eine breite Öffentlichkeit. Jeder kann – u. U. sogar weltweit – sehen, ob, wann und wie ein Unternehmen reagiert. Und diese Erfahrung, sei sie gut oder schlecht, mit seinem Freundeskreis teilen. Ein Shitstorm kann sehr schnell über eine Firma hereinbrechen. (Wie man ihn aber auch handeln kann, sieht man hier).

Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein: Noch immer vertrauen Kunden am meisten auf persönliche Empfehlungen. In der digitalen Zeit können dies persönliche Empfehlungen von Unbekannten sein.

Fazit:

 

Viele Firmen sehen die Sozialen Medien noch als notwendiges Übel an und haben ihr Potential nicht umfänglich erfasst. Sie sind der Spielzeugphase entwachsen und haben sich zu mächtigen Werkzeugen gemausert. Wie auch immer die eigene Einstellung dazu sein mag: Die sozialen Medien sind die Zukunft und das Rad lässt sich nicht zurückdrehen.

WDF*IDF – Ein Weg, um Google hinter’s Licht zu führen?

idf-wf

idf-wfWDF*IDF ist ein Konzept, um das Suchmaschinen-Ranking im eigenen Sinne zu beeinflussen. Im Prinzip geht es darum, die optimale Verteilung der Keywords (die in der WDF*IDF-Analyse als Terms bezeichnet werden) zu erreichen. Die dafür benötigten Tools werden zum Teil kostenlos im Internet angeboten. Zusätzlich werden noch andere Wörter vorgeschlagen, die bezüglich der eigenen Thematik relevant sein können.

Beurteilungen auf Websiten

Natürlich wird der Einsatz von WDF*IDF kontrovers diskutiert. Während einige Benutzer (und vielleicht auch Verkäufer – es gibt auch Tools, die bezahlt werden müssen) in höchsten Tönen von diesem Instrument schwärmen, hält sich die Begeisterung anderer in Grenzen. Eine durchgeführte Ranking Studie an der Hochschule Darmstadt kam zu differenten Ergebnissen. Ein stark umkämpfter Bereich konnte keine Verbesserungen des Rankings erzielen. Einige Seiten erfuhren eine bessere Platzierung, sanken aber nach einem kürzeren Anfangserfolg wieder zurück auf die ursprünglichen Plätze. Im Übrigen wurde eine Verbesserung der Seiten festgestellt, deren Textmenge erhöht wurde. Tja, was will uns das nun sagen?

Meine eigene Meinung

WDF*IDF kann man machen. Muss man aber nicht. Sicher ist es ein Weg für den ein oder anderen, um mehr aus den eigenen Texten herauszuholen. Ob der Aufwand allerdings im Verhältnis zum tatsächlichen Gewinn steht? Und ob hier wieder einmal der Stein der Weisen gefunden wurde, um Google oder andere Suchmaschinen zu überlisten? Ich gehe eher nicht davon aus. Denn der Versuch, Texte für Suchmaschinen zu optimieren, ging bereits viel zu oft nach hinten los. Gerade die vermeintliche Perfektion scheint mir hier die Falle zu sein. Es würde mich nicht wundern, wenn gerade dieses Raster, diese Norm, dieser Algorithmus dazu führt, Texte als SEO-optimiert von den „echten“ Texten unterscheiden zu können.