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VonContent-Werkstatt

Künstlicher Aufreger: gefälschte Bewertungen

Ich kann es nicht mehr sehen und erst recht nicht mehr hören! Möglicherweise liegt es ja daran, dass ich meinen Fokus auf die Themen Bewertungen, Rezensionen, Reviews, Kundenbewertungen, Onlinebewertungen & Co. gerichtet habe.

Kennen Sie das noch? Sie waren verliebt in ein Mädchen mit einem gelben VW Golf. VW Golf in gelb? Gibt es nicht! Tatsächlich scheint diese Farbe unterrepräsentiert zu sein. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Sie dieses Gelb bewusst wahrnehmen. Die Welt scheint auf einmal voll von gelben Fahrzeugen dieses Typs zu sein ...

Natürlich ist auch Google daran Schuld, denn wenn man Google Alert mit den einschlägigen Begriffen füttert, wird man täglich "neue" Nachrichten bzgl. des Themengebietes im virtuellen Postfach vorfinden.

Bitte einmal zum Mitschreiben:
Es gibt tatsächlich gekaufte Bewertungen, gefälschte Rezensionen und Fake-Bewertungen. Wir wissen es mittlerweile alle!

Leider scheinen einschlägige Medien keinen anderen Aufreger zu finden und zusätzlich droht das Sommerloch. Ich wüsste zwar Einiges, über das man sich in diesem Land ein wenig mehr erbosen könnte, aber in diesem Punkt sind wir uns alle einig: Skandal! Betrug! Katastrophe!

  • Wer regt sich eigentlich noch darüber auf, dass täglich Lebensmittel zurückgerufen werden? Sogar Bioprodukte sind deutlich verunreinigt. Diese "Kleinigkeiten" erreichen nicht einmal mehr die Aufmerksamkeit der Medien, sondern sind nur noch einen schnöden Zettel in Lebensmittelmärkten wert. Betrug am Verbraucher?
  • Lebensmittel können ellenlange Listen von Inhaltsstoffen enthalten. Die meisten müssen nicht deklariert werden, wenn sie ihre Wirksamkeit während des Verarbeitungsprozesses verlieren. Betrug am Verbraucher?
  • Krebsmedikamente werden gepanscht, die Behörden sind informiert, geben diese Erkenntnisse aber nicht an die Patienten weiter. Betrug am Verbraucher?

Wir möchten "Bewertungsbetrug" nicht schön reden, wobei zum Tatbestand des Betruges eindeutige Voraussetzungen gehören, die wir an dieser Stelle nicht umfassend erörtern möchten. Aber verlieren 3 oder 4 Sterne nicht ihre Bedeutsamkeit, im Angesicht von solch ernsten Problemen?

 

Daher nochmals ohne Umschweife:

 

  • Wer bis drei zählen kann, sollte eigentlich mitbekommen haben, dass Produkt-Bewertungen gefälscht sein könnten.
  • Ausgehend von diesem Paradigma sollten wir realisieren, dass wir Bewertungen nicht trauen können.
  • Punkt.

 

Natürlich kann man nun ein Fass um das Thema aufmachen. Die Frage aller Fragen: Wer ist daran schuld? In Deutschland immer gerne genommen. Auch in anderer Beziehung. Wenn wir nur den Schuldigen ausmachen können und mit dem Finger auf andere zeigen können, ist unsere kleine Welt wieder in Ordnung.

Also: Wer ist Schuld?

Die Antwort: Die Nachfrage bestimmt das Angebot.  Ist dies nicht die viel beschworene Macht des Verbrauchers?

Fakt ist:
WIR kaufen nicht mehr, wenn es für einen Artikel oder eine Dienstleistung keine Bewertungen gibt. Teils aus gutem Grund, teils aus reiner Bequemlichkeit.

Dass es allerdings eine Hexenjagd bzgl. der initiierten Rezensionen gibt, ist mir unverständlich. Denn da nahezu alle Reviews auf Grund von Algorithmen aussortiert werden, trifft es auch "echte" Kunden, die sich die Mühe einer Äußerung, Empfehlung, Verbesserung oder auch Kritik gemacht haben. Diese Personen werden über kurz oder lang die Lust an ihrem Einsatz verlieren.

Vor allem aber: Gute Kritiken konnte man schon immer kaufen!

In "früheren" Zeiten nannte man dies schlicht und ergreifend Werbung. Wer Geld hatte und in seinen Ruf investieren wollte, hat eben Printwerbung gebucht, Prospekte verteilt oder sich einen Platz in irgend einem Ratgeber erkauft. Bestenlisten gab es schon immer. Seien es Reiseführer, Automobilmagazine, Campingplatz-Ratgeber oder Productplacements in allen möglichen Filmen, Serien oder bei Sportveranstaltungen.

Werbung ist wichtig und richtig. Aber wer daran glaubt, dass sie immer der Wahrheit entsprach und entspricht und keinesfalls manipulativ eingesetzt wurde oder wird, der glaubt auch, das Zitronenfalter Zitronen falten.

VonContent-Werkstatt

Echte Bewertungen? Willkommen in Absurdistan

www.pixabay.com

 

Gerne neigen wir alle dazu, die Dinge erst einmal als gegeben hinzunehmen, die uns so präsentiert und immer wieder vorgekaut werden. Wer sich allerdings intensiv mit einem Thema befasst und seine Ansichten selbst reflektiert, kommt nicht umhin, über sein Tun oder Nicht-Tun nachzudenken.

Wir haben nachgedacht! Über die tiefere Bedeutung und die wirtschaftlichen Auswirkungen von

  • Fakebewertungen
  • Online-Bewertungen
  • Bewertungsportale
  • gekaufte Bewertungen
  • Gefälligkeitsbewertungen
  • Bewertungsmanipulation
  • Bewertungsverweigerer
  • positive, neutrale und negative Bewertungen
  • Bewertungen, die abgegeben werden, um anderen zu schaden
  • Motivation von Bewertern
  • kurze und lange Bewertungen
  • Sterne-Kategorien und noch vieles mehr

Immer ausgehend von dem Paradigma:

Nur eine „echte“ Bewertung ist eine wahre Bewertung.

Was aber, wenn man das Paradigma an sich in Frage stellt? Wir möchten hier nichts schönreden oder Lug und Trug den Weg bereiten. Aber wenn man sich ständigen Anfeindungen von Unwissenden ausgesetzt sieht, darf man sich seine Gedanken machen.

Was also ist eigentlich eine „echte“ Bewertung?

Sicher eine Rezension, die jemand aus freien Stücken abgibt, weil er seine Meinung kund tun möchte. Und hier sind schon an einem sehr interessanten Punkt:

Eine Bewertung ist eine Meinung!

Sie ist keine Produktbeschreibung, kein Versprechen, kein Verkaufsargument und sie ist in jedem Fall fern von jeder Objektivität. Und auch hier können wir nicht umhin, wieder einmal Wikipedia zu zitieren:

„…Nach einer verbreiteten philosophischen Begriffsverwendung ist das Meinen ein Fürwahrhalten, dem sowohl subjektiv als auch objektiv eine hinreichende Begründung fehlt. Dadurch unterscheidet sich das Meinen vom Glauben und vom Wissen…“

Eine Bewertung ist daher genau so wenig objektiv wie die „wahre“ Wahrheit, „objektive“ Sichtweisen, „unwahre“ Tatsachenbehauptungen oder die „einzig mögliche“ Betrachtungsweise. Das Beharren auf letzterer hat nicht nur einmal zu Scheidungen oder Kriegen geführt.

Was aber ist dann mit den nicht abgegebenen Bewertungen und Rezensionen? Stehen dahinter nicht auch Erfahrungen, Meinungen und Einschätzungen? Und müssten diese dann nicht ebenfalls zur Beurteilung eines Urlaubs, eines Shops, einer Dienstleistung hinzugerechnet werden?

Was ist mit den Anbietern, deren Kunden einfach nur bewertungsfaul sind? Leisten diese folglich schlechtere Arbeit, haben den finanziellen Erfolg nicht verdient, nur weil sie keine bunten Sternchen hinter ihrem Angebot vorweisen können?

Und wie verhält es sich eigentlich mit den ganzen schlauen Statistiken, die genau herausgefunden haben wollen, dass „gekaufte“ Bewertungen tendenziell besser sind, als die sogenannten „echten“ Bewertungen? Haben sich dort Fake-Bewerter gemeldet und gesagt: „Ja, meine Bewertung ist gefälscht, rechnen Sie diese doch bitte einmal in Ihre Statistik ein“?

Nicht zuletzt: Sind die „echten“ Bewerter die einzig fachkundigen Personen? Sind sie nicht auch manchmal frustriert, ungeduldig, unaufmerksam, schwer von Begriff, wütend, enttäuscht oder geblendet von schicken Werbezugaben?

In unserem Bemühen, die Guten (den wütenden Kunden, der dem Händler wider gutes Wissen seine Meinung „geigen“ will?) von den Bösen (die Händler, die von uns allen quasi gezwungen werden, Bewertungen zu horten, um überhaupt am Spiel teilnehmen zu dürfen?) zu unterscheiden, vergessen wir manchmal, was Bewertungen und Rezensionen eigentlich sind: Meinungen Einzelner, denen wir uns anschließen können oder die mit unseren eigenen Erfahrungen überhaupt nicht übereinstimmen müssen. 

 

 

 

VonContent-Werkstatt

Das schmutzige Geschäft mit gefälschten Bewertungen

 

gefälschte bewertungen

 

Tja, das hätte die Redakteurin von FOCUS-Online Frau Waldenmaier gerne aufgedeckt, als sie mich um eine öffentliche Stellungnahme zu Bewertungen und Online-Rezensionen bat. Und nicht nur Frau Waldenmaier ist an uns herangetreten, sondern auch andere Medienvertreter.

Ich gebe es zu: Man könnte sich geschmeichelt fühlen, wenn man zu den Auserwählten der Medien gehört. Das eigene Unternehmen scheint eine gewisse Relevanz zu besitzen, sehr schön. Wer blauäugig genug ist, fällt sicher auf diese Anfragen herein. Da ich allerdings selbst in einer großen Redaktion des Bayerischen Fernsehens beschäftigt war, bin ich nicht sofort vor Freude vom Stuhl gefallen oder vor Ehrfurcht erstarrt …

Ganz im Gegenteil: Gerade Focus Online gilt nicht gerade als eine Instanz der ausgewogenen und fairen Berichterstattung. So war mir bereits beim ersten Anruf von Frau Waldenmaier klar, worauf das hinauslaufen sollte. Firmen, die sich mit Testkäufen und Online-Bewertungen beschäftigen, sollen in die „Pfanne gehauen“ werden.

Und natürlich wird kein Unternehmer, der noch alle seine Sinne zusammen hat, z. B. auf Fragen nach den Umsätzen öffentlich Stellung nehmen.

Auf den schlecht recherchierten Artikel von Frau Waldenmaier bin ich dann erst aufmerksam geworden, als ich durch eine Neukunden-Anfrage zwei Minuten nach der Veröffentlichung darüber informiert wurde. Vielen Dank dafür!

http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/geschaeft-mit-den-sternen-gekaufte-amazon-kommentare-so-dreist-schummeln-unternehmen-bei-der-produktbewertung_id_5214094.html

In der Kommentarfunktion hatte ich Stellung zu unserer Namensnennung und der gespielte Empörung im Artikel genommen. Welch ein Wunder! Der Kommentar wurde natürlich nicht veröffentlicht. Ja, sehr ausgeglichen und fair – genau so habe ich mir das vorgestellt …

Ich distanziere mich also hier auf unserer eigenen Homepage nochmals ausdrücklich von dem Vorwurf, gefälschte Bewertungen zu verkaufen. Das ist nicht geschehen und wird auch niemals geschehen. Auch möchte ich mit dem von Frau Waldenmaier geschürten Vorurteil aufräumen, dass Tester Artikel im Wert von mehreren Hundert Euro kostenlos erhalten und deshalb Fake-Urteile abgeben. Im tatsächlichen Arbeitsalltag geht es meist um kleinpreisige Artikel. Der Aufwand, den die Testkäufer dafür betreiben müssen, steht in keinem Verhältnis zu Produkten, die nur wenige Euro im Verkauf kosten. Bei den Testkäufern handelt es sich beileibe nicht um raffsüchtige Betrüger, sondern um Idealisten, die Spaß an dieser Aufgabe haben.

Tut mir leid, Frau Waldenmeier! Ich hätte mir doch die Zeit für ein Interview mit Ihnen nehmen sollen. Dann wäre bei Ihrem Artikel nicht so viel Unsinn herausgekommen …

Und dann kam sie doch noch, die Antwort von Focus:

 

„Hallo Petra Ofner,

Ihr Beitrag: Content-Werkstatt.com goes Focus

Oh je, Frau Waldenmaier, ist das die Rache dafür, dass ich Sie nicht persönlich treffen und die Daten meiner Kunden und unsere Unternehmenszahlen ausplaudern wollte? Ich glaube, ich hätte mir doch die Zeit nehmen sollen. Denn so stürzen Sie sich wieder auf den alten Hut, den jeder schon kennt … Oder wollen Sie hier noch Empörung hervorrufen? Gäääähn! Ihre verbreiteten Unwahrheiten, Halbwahrheiten und auf anderen Seiten zusammengeklaubten Infos, sind es gar nicht wert, ernsthaft kommentiert zu werden. Ich möchte Sie nur eindringlich auffordern, uns kein Fälschen von Bewertungen vorzuwerfen. Dies geht über eine bösartige Unterstellung weit hinaus! Wie Sie ja „recherchiert“ haben, verdienen wir ganz ordentlich mit unserem Business und können uns die anwaltschaftliche Vertretung leisten.

wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht.

Es gibt mehrere mögliche Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben.

Nutzer-Kommentare werden abgelehnt, wenn sie …

1.    … nicht der Netiquette entsprechen, die Sie hier nachlesen können: http://www.focus.de/community/netiquette
2.    … eine Antwort auf einen Kommentar darstellen, jedoch nicht über das Antwort-Feld eingegeben wurden.
3.    … weit über den Artikel-Inhalt hinausgehen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Art von Austausch nicht im Rahmen der Artikel-Kommentierung stattfinden kann.
4.    … von einem User stammen, der mit einem Namen in unserer Community registriert ist, der aus unserer Sicht keinem realen Namen entspricht. User-Kommentare auf FOCUS-Online werden nur unter Klarnamen veröffentlicht. Das soll verdeutlichen, dass FOCUS-Online-Nutzer mit ihrem Namen zu ihrer Meinung stehen. Bitte geben Sie deshalb nach dem Login Ihren Vor- und Nachnamen hier ein und senden Sie das Formular ab: http://www.focus.de/community/benutzerprofil/

Sollten Sie das nicht tun, müssen wir Ihren Account leider stilllegen.

Wir danken für Ihr Verständnis und freuen uns auf weitere Kommentare von Ihnen!

Eine Erläuterung der Ablehnung ist aus personellen und zeitlichen Gründen nicht möglich.

Ihr FOCUS-Online-Community-Team
(Dies ist eine automatisch generierte Nachricht, bitte antworten Sie nicht an diesen Absender.)“