Schlagwort-Archiv gefälschte Bewertungen

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Geheimtipp: Fake-Bewertungen schreiben

Immer wieder witzig, so auch diese Woche: Eine unbedarfte Mitarbeiterin der Galileo-Redaktion hatte mich vor ein paar Tagen angerufen. Nachdem sie schon bei den Kollegen aus anderen Firmen gescheitert war (welch‘ Wunder), rief sie bei uns an. Schon bei ihrem „Rumgedruckse“ wurde mir klar, dass hier etwas im Busch ist. Aber als höflicher Mensch lies ich sie natürlich ausreden …
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100€ Belohnung für jeden Inder, der Bewertungen fälscht

 

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“  Albert Einstein.

 

Ich hab’s nicht gesagt: Albert war es. Aber ich schließe mich dem Zitat voll umfänglich an. Gestern habe ich wieder einmal nach der „Stimme des Volkes“ gestöbert und wurde auch ganz schnell fündig.

Mein Lieblingsthema: Gefälschte Bewertungen! weiterlesen

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Echte Bewertungen? Willkommen in Absurdistan

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Gerne neigen wir alle dazu, die Dinge erst einmal als gegeben hinzunehmen, die uns so präsentiert und immer wieder vorgekaut werden. Wer sich allerdings intensiv mit einem Thema befasst und seine Ansichten selbst reflektiert, kommt nicht umhin, über sein Tun oder Nicht-Tun nachzudenken.

Wir haben nachgedacht! Über die tiefere Bedeutung und die wirtschaftlichen Auswirkungen von

  • Fakebewertungen
  • Online-Bewertungen
  • Bewertungsportale
  • gekaufte Bewertungen
  • Gefälligkeitsbewertungen
  • Bewertungsmanipulation
  • Bewertungsverweigerer
  • positive, neutrale und negative Bewertungen
  • Bewertungen, die abgegeben werden, um anderen zu schaden
  • Motivation von Bewertern
  • kurze und lange Bewertungen
  • Sterne-Kategorien und noch vieles mehr

Immer ausgehend von dem Paradigma:

Nur eine „echte“ Bewertung ist eine wahre Bewertung.

Was aber, wenn man das Paradigma an sich in Frage stellt? Wir möchten hier nichts schönreden oder Lug und Trug den Weg bereiten. Aber wenn man sich ständigen Anfeindungen von Unwissenden ausgesetzt sieht, darf man sich seine Gedanken machen.

Was also ist eigentlich eine „echte“ Bewertung?

Sicher eine Rezension, die jemand aus freien Stücken abgibt, weil er seine Meinung kund tun möchte. Und hier sind schon an einem sehr interessanten Punkt:

Eine Bewertung ist eine Meinung!

Sie ist keine Produktbeschreibung, kein Versprechen, kein Verkaufsargument und sie ist in jedem Fall fern von jeder Objektivität. Und auch hier können wir nicht umhin, wieder einmal Wikipedia zu zitieren:

„…Nach einer verbreiteten philosophischen Begriffsverwendung ist das Meinen ein Fürwahrhalten, dem sowohl subjektiv als auch objektiv eine hinreichende Begründung fehlt. Dadurch unterscheidet sich das Meinen vom Glauben und vom Wissen…“

Eine Bewertung ist daher genau so wenig objektiv wie die „wahre“ Wahrheit, „objektive“ Sichtweisen, „unwahre“ Tatsachenbehauptungen oder die „einzig mögliche“ Betrachtungsweise. Das Beharren auf letzterer hat nicht nur einmal zu Scheidungen oder Kriegen geführt.

Was aber ist dann mit den nicht abgegebenen Bewertungen und Rezensionen? Stehen dahinter nicht auch Erfahrungen, Meinungen und Einschätzungen? Und müssten diese dann nicht ebenfalls zur Beurteilung eines Urlaubs, eines Shops, einer Dienstleistung hinzugerechnet werden?

Was ist mit den Anbietern, deren Kunden einfach nur bewertungsfaul sind? Leisten diese folglich schlechtere Arbeit, haben den finanziellen Erfolg nicht verdient, nur weil sie keine bunten Sternchen hinter ihrem Angebot vorweisen können?

Und wie verhält es sich eigentlich mit den ganzen schlauen Statistiken, die genau herausgefunden haben wollen, dass „gekaufte“ Bewertungen tendenziell besser sind, als die sogenannten „echten“ Bewertungen? Haben sich dort Fake-Bewerter gemeldet und gesagt: „Ja, meine Bewertung ist gefälscht, rechnen Sie diese doch bitte einmal in Ihre Statistik ein“?

Nicht zuletzt: Sind die „echten“ Bewerter die einzig fachkundigen Personen? Sind sie nicht auch manchmal frustriert, ungeduldig, unaufmerksam, schwer von Begriff, wütend, enttäuscht oder geblendet von schicken Werbezugaben?

In unserem Bemühen, die Guten (den wütenden Kunden, der dem Händler wider gutes Wissen seine Meinung „geigen“ will?) von den Bösen (die Händler, die von uns allen quasi gezwungen werden, Bewertungen zu horten, um überhaupt am Spiel teilnehmen zu dürfen?) zu unterscheiden, vergessen wir manchmal, was Bewertungen und Rezensionen eigentlich sind: Meinungen Einzelner, denen wir uns anschließen können oder die mit unseren eigenen Erfahrungen überhaupt nicht übereinstimmen müssen. 

 

 

 

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Das schmutzige Geschäft mit gefälschten Bewertungen

 

gefälschte bewertungen

 

Tja, das hätte die Redakteurin von FOCUS-Online Frau Waldenmaier gerne aufgedeckt, als sie mich um eine öffentliche Stellungnahme zu Bewertungen und Online-Rezensionen bat. Und nicht nur Frau Waldenmaier ist an uns herangetreten, sondern auch andere Medienvertreter.

Ich gebe es zu: Man könnte sich geschmeichelt fühlen, wenn man zu den Auserwählten der Medien gehört. Das eigene Unternehmen scheint eine gewisse Relevanz zu besitzen, sehr schön. Wer blauäugig genug ist, fällt sicher auf diese Anfragen herein. Da ich allerdings selbst in einer großen Redaktion des Bayerischen Fernsehens beschäftigt war, bin ich nicht sofort vor Freude vom Stuhl gefallen oder vor Ehrfurcht erstarrt …

Ganz im Gegenteil: Gerade Focus Online gilt nicht gerade als eine Instanz der ausgewogenen und fairen Berichterstattung. So war mir bereits beim ersten Anruf von Frau Waldenmaier klar, worauf das hinauslaufen sollte. Firmen, die sich mit Testkäufen und Online-Bewertungen beschäftigen, sollen in die „Pfanne gehauen“ werden.

Und natürlich wird kein Unternehmer, der noch alle seine Sinne zusammen hat, z. B. auf Fragen nach den Umsätzen öffentlich Stellung nehmen.

Auf den schlecht recherchierten Artikel von Frau Waldenmaier bin ich dann erst aufmerksam geworden, als ich durch eine Neukunden-Anfrage zwei Minuten nach der Veröffentlichung darüber informiert wurde. Vielen Dank dafür!

http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/geschaeft-mit-den-sternen-gekaufte-amazon-kommentare-so-dreist-schummeln-unternehmen-bei-der-produktbewertung_id_5214094.html

In der Kommentarfunktion hatte ich Stellung zu unserer Namensnennung und der gespielte Empörung im Artikel genommen. Welch ein Wunder! Der Kommentar wurde natürlich nicht veröffentlicht. Ja, sehr ausgeglichen und fair – genau so habe ich mir das vorgestellt …

Ich distanziere mich also hier auf unserer eigenen Homepage nochmals ausdrücklich von dem Vorwurf, gefälschte Bewertungen zu verkaufen. Das ist nicht geschehen und wird auch niemals geschehen. Auch möchte ich mit dem von Frau Waldenmaier geschürten Vorurteil aufräumen, dass Tester Artikel im Wert von mehreren Hundert Euro kostenlos erhalten und deshalb Fake-Urteile abgeben. Im tatsächlichen Arbeitsalltag geht es meist um kleinpreisige Artikel. Der Aufwand, den die Testkäufer dafür betreiben müssen, steht in keinem Verhältnis zu Produkten, die nur wenige Euro im Verkauf kosten. Bei den Testkäufern handelt es sich beileibe nicht um raffsüchtige Betrüger, sondern um Idealisten, die Spaß an dieser Aufgabe haben.

Tut mir leid, Frau Waldenmeier! Ich hätte mir doch die Zeit für ein Interview mit Ihnen nehmen sollen. Dann wäre bei Ihrem Artikel nicht so viel Unsinn herausgekommen …

Und dann kam sie doch noch, die Antwort von Focus:

 

„Hallo Petra Ofner,

Ihr Beitrag: Content-Werkstatt.com goes Focus

Oh je, Frau Waldenmaier, ist das die Rache dafür, dass ich Sie nicht persönlich treffen und die Daten meiner Kunden und unsere Unternehmenszahlen ausplaudern wollte? Ich glaube, ich hätte mir doch die Zeit nehmen sollen. Denn so stürzen Sie sich wieder auf den alten Hut, den jeder schon kennt … Oder wollen Sie hier noch Empörung hervorrufen? Gäääähn! Ihre verbreiteten Unwahrheiten, Halbwahrheiten und auf anderen Seiten zusammengeklaubten Infos, sind es gar nicht wert, ernsthaft kommentiert zu werden. Ich möchte Sie nur eindringlich auffordern, uns kein Fälschen von Bewertungen vorzuwerfen. Dies geht über eine bösartige Unterstellung weit hinaus! Wie Sie ja „recherchiert“ haben, verdienen wir ganz ordentlich mit unserem Business und können uns die anwaltschaftliche Vertretung leisten.

wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht.

Es gibt mehrere mögliche Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben.

Nutzer-Kommentare werden abgelehnt, wenn sie …

1.    … nicht der Netiquette entsprechen, die Sie hier nachlesen können: http://www.focus.de/community/netiquette
2.    … eine Antwort auf einen Kommentar darstellen, jedoch nicht über das Antwort-Feld eingegeben wurden.
3.    … weit über den Artikel-Inhalt hinausgehen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Art von Austausch nicht im Rahmen der Artikel-Kommentierung stattfinden kann.
4.    … von einem User stammen, der mit einem Namen in unserer Community registriert ist, der aus unserer Sicht keinem realen Namen entspricht. User-Kommentare auf FOCUS-Online werden nur unter Klarnamen veröffentlicht. Das soll verdeutlichen, dass FOCUS-Online-Nutzer mit ihrem Namen zu ihrer Meinung stehen. Bitte geben Sie deshalb nach dem Login Ihren Vor- und Nachnamen hier ein und senden Sie das Formular ab: http://www.focus.de/community/benutzerprofil/

Sollten Sie das nicht tun, müssen wir Ihren Account leider stilllegen.

Wir danken für Ihr Verständnis und freuen uns auf weitere Kommentare von Ihnen!

Eine Erläuterung der Ablehnung ist aus personellen und zeitlichen Gründen nicht möglich.

Ihr FOCUS-Online-Community-Team
(Dies ist eine automatisch generierte Nachricht, bitte antworten Sie nicht an diesen Absender.)“

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Gefälschte Bewertungen erkennen

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Das Netz ist voll von schlauen und weniger schlauen Tipps, um gefälschte Bewertungen zu identifizieren. Dabei wird oft vergessen, dass nicht jeder Kauf eine Bewertung nach sich zieht. Ein professioneller Händler kann, je nach Branche, bereits hunderte Artikel an zufriedene Kunden verkauft haben, die überhaupt keine Bewertung abgeben. Alles war in Ordnung und wie erwartet. Was gibt es also noch zu sagen?

Andererseits kann der erste verärgerte Käufer sich sofort zu Wort melden und sich für eine vermeintlich schlechte Leistung oder Behandlung empfindlich rächen. Bewertungen, positiv oder negativ, sind also keine absolute Größe oder ein verbindlicher Gradmesser für Qualität und Serviceleistungen.

Was deutet aber darauf hin, dass es sich bei den abgegebenen Urteilen um Fake- oder Gefälligkeitsbewertungen handeln könnte?

Zum Beispiel gibt es als ausgemacht, dass Bewertungen bei Amazon immer nur dann echt sein können, wenn es sich um einen verifizierten Verkauf handelt. Irrtum! Amazon erlaubt auch Personen, die ihren Artikel nicht über das Unternehmen bezogen haben, zum jeweiligen Produkt eine Rezension zu verfassen. Diese Option ist völlig legitim und wird z. B. auch von Rezensenten genutzt, die ein Buch oder eine CD als Geschenk über den Versandhändler erhalten haben.

Aber Ebay-Bewertungen müssen doch alle echt sein, oder? Nur wer tatsächlich dort eingekauft hat, darf über seinen eigenen Account eine Bewertung schreiben. Auch dies ist nicht immer garantiert. Zum einen gibt es Dienstleister, die käufliche Ebay-Bewertungen anbieten. Zum anderen wird gerade im Haifischbecken des Online-Kaufhauses der größte Schindluder mit Bewertungen getrieben. Allein die Regelung des Pseudo-Auktionshauses, dass Verkäufer keine schlechten Bewertungen abgeben dürfen, führen das ganze System ad absurdum.

Auch der Hinweis der Spürnasen in Sachen Fake-Bewertungen, dass ein zu oft genannter Produktname verdächtig ist, führt ins Leere. Manche Rezensenten nehmen es eben ganz genau. Hier im vorhinein Betrug zu unterstellen, ist wenig zielführend.

Vielleicht ist doch nicht alles Gold was glänzt?

Fragwürdiger wird es, wenn ein Händler grundsätzlich nur 5-Sterne-Bewertungen erhält. Hier kommt es natürlich auf die prozentuale Verteilung an. Wenn sich unter dutzenden Kundenäußerungen allerdings kein einziges kritisches Statement befindet, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass unliebsame Kommentare gelöscht wurden. Tatsächlich gibt es aber Händler, die halten was sie versprechen – und dafür mit Begeisterung belohnt werden.

Auch eine auffällige Häufung von Einkäufen mit anschließenden Lobeshymnen kann Verdacht erwecken. 5 zufriedene Kunden, die sich an einem einzigen Tag mit einer Bewertung bedanken, sind eher selten. Es sei denn, es handelt sich um eine extrem umsatzstarke Branche mit Artikeln, die täglich in Haushalten Verwendung finden. Will heißen: 10 Sonnenschirme im Hochsommer – okay! 10 hochpreisige Einbauküchen an einem einzelnen Tag bei sonst nur schleppenden Verkäufen – nun ja.

Fakt ist: Fake-Bewertungen zu erkennen ist nicht ganz einfach – meist sogar ganz unmöglich. Um sich vor Enttäuschungen zu schützen, gibt es für Verbraucher ganz andere Möglichkeiten: Pay-Pal-Zahlungen, der Einkauf im stationären Einzelhandel und die großzügigen Rückgaberegelungen auf einigen Plattformen sind nur ein kleiner Teil davon. Nicht zuletzt besteht bei Internet-Geschäften ein grundsätzliches Rückgaberecht von 14 Tagen ohne jede Begründung. Ein Produkt in dieser Zeitspanne zu prüfen, sollte durchaus möglich sein.