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Bewertungen – Abbild der Wirklichkeit?

Bewertungen – Abbild der Wirklichkeit?

Bewertungen, Bewertungen und noch mehr Bewertungen. Liegt es an unserem Fokus oder muss heutzutage jeder jeden und alles bewerten?

Der Hype um Online- oder Kundenbewertungen nimmt scheinbar kein Ende und geht Hand in Hand mit dem Selfie-Wahn, den Bloggern und Influencern.

Während wir Erwachsenen meist noch zu unterscheiden wissen, scheinen jüngere Menschen jegliche Verantwortung aus der Hand zu geben und richten sich nur noch nach der Meinung anderer.

Nur keine eigenen Entscheidung treffen, die letztendlich immer auch einen Irrtum beinhalten könnten. Die anderen haben sich schließlich bereits ein Urteil gebildet. Fällt die eigene Einschätzung anders aus, sind diese schuld oder die Rezensionen wurden gefaked.

Dabei war ein Hotel schon immer ein Hotel. Auch wenn es 10 Leute cool finden, muss man es selbst dennoch nicht mögen.

Ein Immobilienmakler kann an den meisten Tagen sehr freundlich sein und korrekt arbeiten. Aber gerade vor unserem Besuch hat ihm seine Frau angedroht, ihn zu verlassen. Sein Fahrzeug ist nicht angesprungen und er hat dazu noch einen Rüffel von seinem Vorgesetzten erhalten. An diesem Tag war er nicht in Bestform. Was sagen uns also 5 gute Rezensionen anderer Interessenten?

Wir haben online eine teuere Kaffeemaschine bestellt. Leider kommt die Sendung beschädigt an, weil der Versanddienstleister das Paket mit Schwung in seinen Lieferwagen geworfen hat. Ist der Verkäufer nun untauglich oder sogar die Ware einfach Schrott?

Oder leider auch Realität: Wir selbst sind mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden. Übelst gelaunt betreten wir einen Laden und sind eigentlich schon auf Krawall gebürstet. Vielleicht vergreifen wir uns selbst im Ton und warten nur auf den nächsten menschlichen Blitzableiter. Ist wirklich die Verkäuferin schuld, der Ladenbesitzer oder die Ware, die hier verkauft wird?

Sind wir nicht eigentlich auch geneigt, bei einem mittelmäßigen Urteil anderer Menschen, selbst schneller einen Haken zu finden und Fehler weniger schnell zu „verzeihen“?

Aber es geht noch subjektiver: Essen im Restaurant, Bücher oder angesagte Kinofilme. Es nützt leider nichts – hier müssen wir selbst in den sauren Apfel beißen und unsere eigenen Erfahrungen machen. Kundenbewertungen anderer können hilfreich sein, können aber auch vollständig von unserem eigenen Geschmack abweichen.

Wie sagte schon Forrest Gump? „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel – man weiß nie, was man kriegt.“

Ganz abgesehen davon:

Die Quote der abgegeben Bewertungen zu den tatsächlichen Verkäufen oder Besuchen liegt durchschnittlich bei ca. 5 % (abhängig von der jeweiligen Branche). Will heißen: 95 % der Menschen, die mit einem Unternehmen Erfahrungen gesammelt haben, geben ihre Meinung gar nicht preis. Alleine aus diesem Grund können Bewertungen keinesfalls ein Abbild der Wirklichkeit sein.