Restaurant-Bewertungen – alles Geschmacksache?

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Viele Restaurants müssen oder wollen um Kunden kämpfen – die Konkurrenz schläft nicht und die leider allzu oft gehörte Redensart „Wer nichts wird, wird Wirt“, macht das Business nicht gerade einfacher.

Leider hatte und hat die Gastro-Branche schon immer einen eher zweifelhaften Ruf, mit dem auch die Profis zu kämpfen haben. Hier einen guten Job zu machen ist doppelt anstrengend und die „schlechte Presse“ von Gästen kann durchaus dafür sorgen, dass zahlungskräftige Kundschaft ausbleibt.

Wer von den Gästen hat schon eine Vorstellung davon, dass die Arbeit in der Gastronomie ein Knochenjob ist? Angefangen von familien- und beziehungsfeindlichen Arbeitszeiten über viel Geld, welches erst einmal in die Hand genommen werden muss, um überhaupt einen Laden eröffnen zu können. Querelen mit dem Personal, Diebstähle und Unterschlagungen, unendlich erscheinende Auflagen der Behörden bis zu den Anwohnern, die sich über jedes Schlagen einer Autotür aufregen: Der Ärger reißt nicht ab und das Einnahmen kein Gewinn sind, wird manchem erst nach der ersten Steuererklärung richtig bewusst.

Im Internetzeitalter ist der Druck nicht weniger geworden. Anonyme Bewertungen, teilweise auch von der missbilligenden Konkurrenz, können so manchem Wirt den Spaß verderben. Hinzu kommt, dass die Beurteilung eines Essens und des Ambientes in hohem Maße von persönlichen Vorlieben geprägt ist. Hier gibt es wenig objektiven Kriterien, die erfüllt werden können.

Nicht einmal Sauberkeit, Freundlichkeit des Services oder die Wartezeit auf eine Bestellung können wirklich genau gemessen werden. Was für den einen Gast durchaus hinnehmbar ist, ist für den anderen Kunden ein absolutes no go. Natürlich existieren u. a. die Hackfleischverordnung, Hygienevorschriften und die genaue Deklarationspflicht auf der Speisenkarte. Diese Punkte werden allerdings auf Bewertungsplattformen selten bemängelt. Oft geht es nur um das subjektive Empfinden des Gastes, das schon vom schlechten Wetter und einem Streit mit dem Partner getrübt sein kann.

Im Gastronomiebereich macht der Ton die Musik! Eine schnippische und gelangweilte Bedienung kann ein exzellentes Menü verderben und zu dem Schluss verleiten: „Einmal und nie wieder“. Umgekehrt kann ein freundlicher Wirt, der sich redlich bemüht und vielleicht noch einen „Gruß aus der Küche“ schickt, über ein Glas Wein hinwegtrösten, das nicht die exakte Temperatur aufweist.

Wenige Bewertungen könnten subjektiver sein, als die für ein Restaurant, ein Lokal oder eine Bar. Zu allem Übel kommen noch die selbst ernannten Restaurantkritiker. Jeder, der bereits einmal eine Curry-Wurst an einem Imbiss-Stand verzehrt hat, hält sich für einen Gourmet, der überall mitreden kann und dem Inhaber erklärt, wie er seinen Job zu machen hat.

Wer sich also darauf einlässt, im Internet mit Bewertungen der eigenen Lokalität aufzuwarten, sollte auf keinen Fall die Pflege der Firmen-Profile vernachlässigen. Denn nur wer weiß, auf welchen Plattformen er mit welcher Kundenmeinung beurteilt wird, kann auf Kritiken schnell und sinnvoll reagieren.

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