Rechtssichere Amazon-Bewertungen beauftragen?

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Rechtssichere Bewertungen

Online-Bewertungen sind wichtig – auch für den Marktplatz Amazon

Ohne die Möglichkeit, Bewertungen oder Rezensionen abzugeben, würden einige, wenn nicht sogar alle Portale, nicht mehr funktionieren.

Den Anfang hat Ebay gemacht, an deren Streitigkeiten sich wohl jeder noch erinnern kann. Reviews dienten dazu, unbekannte (Privat-)Verkäufer für den Kunden transparenter zu machen. Denn schließlich weiß und wusste niemand, auf wen er sich da eigentlich einlässt.

Bewertungen gaben ein vermeintliches Gefühl von Sicherheit, denn wer von 20 Vorgängern bereits rezensiert wurde, schien auch das Vertrauen des Käufers Nr. 21 zu verdienen. Im Grunde hat sich diese Annahme auch bestätigt, auch wenn es immer wieder „Ausreißer“ aus der Statistik gab und gibt.

Auch der Erfolg oder Misserfolg eines Händlers bei Amazon wird maßgeblich von Onlinebewertungen bestimmt.  Der Branchenriese fördert die Veröffentlichung von Rezensionen und hat ein eher seltsames Konstrukt des des bekannten Amazon Vine Club, dem man als Kunde nicht selbst beitreten kann, ins Leben gerufen.

Nur Käufern, die bereits besonders viele und hilfreiche Bewertungen abgegeben haben, wird diese „Ehre“ durch Einladung zuteil. Denn viele Reviews sind wichtig – nicht nur für Händler, Hersteller und Shop-Betreiber, sondern auch für die Online-Plattform. Worin sich die initiierten Reviews der „Viner“ von denen anderer Produkttester entscheiden sollen, ist und bleibt weiterhin strittig. Amazon misst hier Gleiches mit unterschiedlichen Maßstäben: einfach, weil sie es können. 

Warum hat die Online-Handelsplattform ein Interesse an der Sammlung von Kundenurteilen? 

Einige Gründe sind:

Jede Rezension bringt Content auf die Seite von Amazon. Wie wir alle wissen, bedeutet mehr Content ein besseres Ranking, was wiederum eine bessere Sichtbarkeit in den Suchergebnissen bedeutet, was zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Kaufaktivitäten der Kunden führt und, und, und …

Das Einkaufserlebnis für Kunden wird größer. Während Produktbeschreibungen oft spärlich, schlecht geschrieben und unvollständig sind, finden sich in vielen ausführlichen Rezensionen meist zusätzliche Hinweise, was ein Artikel sonst noch „kann“.

Schlechte Produkte, lahmer Versand oder eine unzureichende Servicequalität lassen sich schnell entlarven. Natürlich hat Amazon Interesse daran, viele Kunden mitarbeiten zu lassen und die Qualität eines Anbieters zu bestätigen oder eben abstrafen zu lassen. Viele Augen sehen mehr als zwei.

Bewertungen dienen quasi als Kaufberatung für nachfolgende Interessenten. Viele Bilder, Tipps zum Produkt und die Frage-und-Antworten-Funktion offenbaren Funktionen, die nicht auf den 1. Blick ersichtlich sind. 

Rezensionen dienen der Vertrauensbildung. Während man im Onlineshop XY nicht nachvollziehen kann, wie die vorhandenen Reviews zustande gekommen sind, scheint „Papa Amazon“ ein Auge auf alle Vorgänge zu haben und die Guten von den Schlechten zu unterscheiden. 

Kein Wunder also, dass jeder Hersteller, Händler oder Verkäufer nach den goldenen Sternen und vielen Kundenmeinungen schielt. Das Dumme daran: Die natürlichen Quoten, gemäß denen Bewertungen im Verhältnis zu Verkäufen abgegeben werden, sind eher traurig und liegen – ja nach Branche – im einstelligen Prozentbereich. Genaue Zahlen gibt es dafür verständlicher Weise nicht, aber verschiedenste Quellen im Internet sprechen die gleiche Sprache. 

Verständlich, dass sich so mancher gerne selbst um die Sache kümmern und die Bewertungsabgabe ein wenig forcieren möchte. Daher stellt sich die Frage:

Wie kommt man zu sicheren Amazon-Bewertungen?

Reviews müssen ganz bestimmten Kriterien Rechnung tragen. Hierzu muss man unterscheiden zwischen der allgemeinen Rechtslage und den Bedingungen, die die verschiedenen Plattformen stellen.

Die allgemeine Rechtslage verbietet Bewertungen, die dem Interessenten als Werbung untergeschoben werden sollen. Dieses Vorgehen wird bei „gekauften“ Bewertungen unterstellt, die nicht als solche kenntlich gemacht werden. Hier wird auch landläufig von Schleichwerbung gesprochen.

Die Richtlinien von Amazon gestatten keine Bewertungen gegen Bezahlung, keine Eigenbewertungen und keine Rezensionen von Familienmitgliedern, Freunden oder Firmenmitarbeitern. Aber auch Google, Reiseportale und alle anderen Plattformen möchten keine initiierten Rezensionen sehen. 

Wie lassen sich diese Klippen umschiffen?

Falls Sie die Wahrheit hören möchten: Rechtssicherheit gibt es nicht! Es wäre unseriös, Ihnen etwas anderes vorzugaukeln. Den Stein der Weisen hat niemand gefunden und es gibt ihn vermutlich auch nicht. Wer Ihnen rechtssichere Bewertungen verspricht, will Sie ködern und Ihnen Sand in die Augen streuen. 

Aus unserer Sicht absolut unseriös und ein No-Go: 

Ein Wissensvorsprung sollte nicht dazu dienen, anderen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Kunden zu beraten und sie als erwachsene Personen selbst entscheiden zu lassen, welchen Weg sie letztlich einschlagen möchten. 

Ob Sie nun Bewertungen beauftragen möchten oder nicht, ob Sie sich selbst darum kümmern oder diese Aufgabe an einen Dienstleister outsourcen möchten, ist ganz alleine Ihre Sache. 

Diese Fallstricke sollten Sie auf jeden Fall vermeiden: 

  • monetäre Zuwendungen an Produkttester oder Rezensenten
  • Beeinflussung der Testpersonen, wie auch immer geartet
  • Verbindungen vertraglicher oder persönlicher Natur zwischen den Testkäufern und Ihrem Unternehmen
  • Die ausschließliche Akzeptanz von positiven Meinungsäußerungen
  • Arbeit mit Gutscheinen oder Preisnachlässen
  • Rekrutieren von Testern bei der amerikanischen Antwort auf die Bild-Zeitung: Facebook

Falls Sie diese Aufgabe outsourcen möchten, wenden Sie sich an einen erfahrenen und seriösen Dienstleister, der mindestens auf die Einhaltung dieser Richtlinien achtet. 

 

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