Ebay – die Mutter der Bewertungskriege

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Bewertungen abgeben vor Ebay-Zeiten? Gab es das überhaupt? Existierte eigentlich schon ein richtiger Online-Handel vor Ebay?

Fakt ist: Niemals wurde so viel über Bewertungen gestritten, wie beim Online-Auktionshaus. Plötzlich wurde jeder zum „Verkäufer“, „Käufer“ oder beides. Und der Streit war vorprogrammiert …

Leute, die ihren Keller leer haben wollten und es mit der Artikelbeschreibung nicht allzu genau nahmen, versuchten die schnelle Mark zu machen. Kunden, die sich in der Anonymität verstecken konnten (oder hunderte Kilometer vom Verkäufer entfernt wohnten), entwickelten sich zu Krämerseelen und Pedanten. Der kleinste Kratzer auf einem hochwertigen Artikel – als Schnäppchen für wenige Euro ersteigert – wurde kleinlichst bemäkelt und in den Artikelbeschreibungen angeblich nicht gelesen.

Ebay hat raffiniert gesteuert, wo die Reise hingehen sollte. Der weitere Zankapfel „Versandkosten“ wurde vom Marktführer selbst erst ins Rollen gebracht. Käufer wollten nur das Briefporto zahlen, haben aber hochwertige Verpackungen mit Luftpolsterfolie im nagelneuen Karton und sofortige Postfahrten des Verkäufers gefordert. Funktioniert das auch bei OTTO oder QUELLE? Nein, denn dort müssen die Versandkosten akzeptiert werden, wie sie sind. Basta!

Das beliebte Druckmittel: die negative Bewertung. Natürlich hat Ebay erkannt, dass manche Verkäufer die Provisionen umgehen wollten, indem sie die Versandkosten teilweise in schwindelerregende Höhen getrieben hatten. Die Antwort des Auktionshauses: „In dieser Kategorie gelten Versandkostenbeschränkungen“.

Es wurde wieder über das Ziel hinausgeschossen, denn Verkäufer, die sich wirklich Mühe mit der Verpackung machen (müssen), finanzieren einen Teil davon aus ihrer eigenen Tasche bzw. zahlen auch Provisionen für Versandkosten.

Der Kunde liebt kostenlosen Versand – der Händler ist teilweise gezwungen, diesen anzubieten. Die Provisionen beziehen sich auf den Gesamtverkaufspreis.

Verkäufer dürfen keine negativen Bewertungen mehr abgeben

Der Gipfel der Ungerechtigkeit wurde irgendwann erdacht und viele Verkäufer überlegten sich, den Handel auf der Plattform einzustellen. Leider sind die Alternativen nach wie vor nicht überzeugend. Hood & Co. finden kaum Zulauf, so dass sich die Mühe für Händler selten bezahlt macht. Für die meisten galt und gilt: Augen zu und durch … Auch diese Ohrfeige stecken wir weg.

Was immer nur Verkäufern unterstellt wird: Leider gibt es auch unter den Käufern Betrüger, Neider und missgünstige Gestalten. Frustrierte Querulanten, die an den Ladentheken der Nachbarschaft nicht mehr bedient werden.

Somit wartet jeder Verkäufer, der noch keine rote Bewertung eingesteckt hat, mit ungutem Gefühl auf den Tag, der garantiert kommen wird …

Und so wird weiter gestritten über Ebay, sein Bewertungssystem, seine Ungerechtigkeiten und seine einseitige Ausrichtung auf den Käufer. Ganze Legionen von Rechtsanwälten, nicht zu vergessen die sogenannten Abmahnanwälte, werden vom Branchenriesen durchgefüttert und Gerichte jeglicher Instanz dürfen sich mit den nie endenden Streitigkeiten beschäftigen.

Aber stellen wir uns doch einmal vor:

Wir wollen nach einem anstrengenden Arbeitstag „nur noch schnell“ etwas bei Ebay nachsehen und es erscheint auf weißem Bildschirm in großen Lettern: DIESE SEITE WURDE EINGESTELLT!

Tja, was dann?

1 Kommentar zu „Ebay – die Mutter der Bewertungskriege“

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