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Google Bewertungen Corona

Google Bewertungen Corona

Ausnahmezustand nicht nur in Deutschland, sondern auch im Rest der Welt

Dabei geraten viele Problemchen in den Hintergrund und es findet bei etlichen Menschen eine Auseinandersetzung mit den tiefsten Lebensfragen statt.

Aber auch in dieser schweren Zeit muss sich das Rad weiterdrehen und besonders der Online-Handel erfährt eine neue Blüte. Denn während viele Geschäfte schließen mussten, sind Online-Shops und Paketdienste weiterhin unermüdlich im Einsatz.

Direkt mit dem Onlinehandel verknüpft sind – nach wie vor – die Themen Bewertungen und Rezensionen.

Und tatsächlich haben sich seit 2 Tagen einige Unternehmen hilfesuchend an uns gewandt, warum nachweislich abgegebene Kundenbewertungen nicht in deren Profil erscheinen.

Warum Google Bewertungen verschwinden können, haben wir schon vor längerer Zeit ausgeführt. https://www.content-werkstatt.com/blog/google-bewertungen-verschwinden/

Wir wären also nicht wir, wenn wir nicht unseren detektivischen Spürsinn eingesetzt und verschiedenste Szenarien durchgespielt hätten.

Et voilà: Wir haben die Antwort gefunden!

https://www.seroundtable.com/google-suspends-reviews-q-a-coronavirus-29192.html

oder auch direkt bei Google

https://support.google.com/business/answer/9792336

U. a. hat Google während der Zeit der Corona-Pandemie die Überprüfung und damit Veröffentlichung von Bewertungen ausgesetzt.

Also so weit alles im grünen Bereich – bitte bleiben Sie gesund!

Bewertungen kaufen vs. ordentlich abliefern

Bewertungen kaufen vs. ordentlich abliefern

Langsam werde ich echt stinksauer. Was sich einige Händler erlauben, geht auf keine Kuhhaut mehr.

Eigentlich bin ich ein Freund vom Einkauf im stationären Einzelhandel, aber aus diversen Gründen funktioniert das nicht immer:

  • Zeitmangel, denn durch die Gegend zu gondeln, um einen Büromöbelmarkt zu finden, ist ein langwierigeres Projekt

  • Unwillen, sich durch Großstädte zu wälzen und ewig im Stau zu stehen

  • geografische Lage, denn wer am A … der Welt wohnt, tut sich mit manchen Artikeln einfach schwer

  • Angebotsvielfalt im Netz, aber nur, wenn die Bestellung auch funktioniert

Aus einer Kombination o.a. Gründe habe ich versucht, in den letzten Wochen einige Dinge online zu regeln bzw. zu bestellen. Die Betonung liegt auf „versucht“.

Ich hatte nicht in „kleinen Klitschen“ bestellt, sondern in – auf den ersten Blick – renommierten Unternehmen.

Davon abgesehen bin ich selbst wieder auf die Google-Suche hereingefallen. Ich müsste es eigentlich besser wissen, habe mich allerdings wie Lieschen Müller vor dem PC verhalten: Die ersten Suchergebnisse werden die besseren Ergebnisse zeigen. Ich bin zwar erfolgreich im Online-Marketing, aber in meiner Rolle als Kunde, die ich dann unbewusst einnehme, einfach blind für die Tatsachen:

In den Suchergebnissen ganz vorne zu sein, sagt nichts über die Qualität und Leistungsfähigkeit einer Firma aus. Dank Google und SEO.

Whatever!

Ich wollte bei ARAL eine Tankkarte kaufen. Tolles Angebot und großartige Geschenkidee – eigentlich. Nachdem ich fast eine Stunde auf der Seite verbracht habe mit dem Versuch unser Firmenlogo in die Maske reinzufummeln und anderen nervigen Konfigurationen, kam ich endlich auf der Bestellseite an. Ich liebe es, wenn ich im übertragenen Sinne meine Geburtsurkunde, das letzte Schulabschlusszeugnis und eine aktuelle Schufaauskunft besorgen muss, um mein Geld loszuwerden. Also ich dann noch dazu genötigt werden sollte, irgend etwas als PDF runterzuladen, zu unterschreiben und es dann wieder einzuscannen, ist mir der Geduldsfaden gerissen. Was bildet ihr Euch eigentlich ein? Erzählt das dem Kunden von Anfang an und er muss seine Zeit nicht verplempern.

Das gleiche Spiel, nur in jeweils anderen Variationen bei:

  • Alois Dallmayr in München

  • FloraPrima Blumenversand

  • Büroshop24 GmbH

  • und, besonders enttäuschend, Schäfer Shop GmbH

Entweder:

  • wird Ware verkauft, die gar nicht vorhanden ist, aber wochenlang mit Kundengeldern gearbeitet

  • ist der Verkauf nur mit absolut unnützen Nachweisen möglich

  • sind die Zahlungen nur mit exotischen Zahlungsoptionen möglich

oder:

  • Liefertermine werden versprochen, aber nicht eingehalten

  • im Shop werden alle möglichen Daten abgegriffen, um ganz zum Schluss zu erfahren, dass nicht einmal in unsere Nachbarländer verschickt werden kann

  • der Händler kann oder will nicht liefern, verkauft die Daten aber sofort weiter (gerne im Kleingedruckten versteckt!)

Leute, mal unter uns Pfarrerstöchtern:

Könnt ihr Euren Job nicht ordentlich erledigen? Usability checken lassen? Fähige Online-Marketer beschäftigen? Usability checken lassen? An den Kunden denken? Usability checken und nicht nur den Lehrling eine Bestellung ausführen lassen? Habt ihr die Zeichen der Zeit nicht erkannt oder sind wir Euch als Kunden einfach absolut egal? Gibt es noch irgendwo Engagement oder nur noch Dienst nach Vorschrift?

Dann würden 50 % weniger Bewertungen gekauft werden müssen, weil ihr sowieso schon super seid.

Und – traurig aber wahr – leider fange ich an, Amazon immer mehr zu lieben. Amazon ist ganz gewiss kein Sozialhilfeverein und bietet dem Kunden kein gutes Einkaufserlebnis pro bono.

Allerdings merkt man deutlich den Unterschied zu tausenden Online-Händlern: Man fühlt sich weniger für dumm verkauft als anderswo.

BGH Urteil: Amazon Rezensionen

BGH Urteil: Amazon Rezensionen

Vermutlich hat der BGH endlich einmal unsere Homepage zu Rate gezogen und sich unserer Meinung angeschlossen, dass man Online-Bewertungen nur mit dem gesunden Menschenverstand begegnen kann. 😉

Um was ging es beim Urteil vom 20.02.2020?

In Grundzügen:

Ein Wettbewerbsverein (Name unbekannt, ein Verein kann übrigens schon ab einer Mitgliederzahl von 7 Personen gegründet werden) hatte gegen einen Unternehmer geklagt, der seine Produkte u.a. auch bei Amazon vertreibt.

Personen, die die Produkte bewertet hatten, hatten sich recht euphorisch geäußert und dabei Bemerkungen gemacht, die ein Betreiber von Medizinprodukten selbst so nicht veröffentlichen darf. Kurz gesagt: Es dürfen in der Werbung keine Heilsversprechen abgegeben werden.

Besagter Verein wollte nun dem Verkäufer den „schwarzen Peter“ zuschieben. Will heißen: Er stünde in der Haftung für die Äußerungen der Rezensenten.

Wieder einmal willkommen in Absurdistan! Woher sollten Hinz und Kunz über das Verbot der Heilsversprechen informiert sein? Wie soll der Beklagte eine Löschung dieser Aussagen bewerkstelligen (Amazon hat dieses Ansinnen selbstverständlich verweigern)? Würde damit nicht auch der eiserne Grundsatz, never ever Einfluss auf Online-Bewertungen nehmen zu dürfen, ins Wanken geraten?

Aber – man glaubt es kaum – der Bundesgerichtshof (unsere obere Rechtsprechung, gegen deren Urteile grundsätzlich keine Rechtsmittel mehr zugelassen sind) hat ein nachvollziehbares und „vernünftiges“ Urteil gesprochen: https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/2020021.html;jsessionid=21A72675C3F3A3E2F3A04E681798D3D8.1_cid359?nn=10690868

Das Resultat:

Der Wettbewerbsverein darf einpacken und alle Kosten selbst tragen, der Verkäufer hat nichts verkehrt gemacht und darf sich die Hände reiben. Ihm gilt unser Mitgefühl, denn die schlaflosen Nächte, die sie oder er verbracht hat, möchten wir selbst nicht erleben.

Interessant finden wir allerdings ein Zitat aus dem o. g. Urteil:

Von ausschlaggebender Bedeutung ist dabei, dass Kundenbewertungssysteme auf Online-Marktplätzen gesellschaftlich erwünscht sind und verfassungsrechtlichen Schutz genießen.

Das hört sich doch schon einmal gut an, oder nicht?

Bewertungen – Abbild der Wirklichkeit?

Bewertungen – Abbild der Wirklichkeit?

Bewertungen, Bewertungen und noch mehr Bewertungen. Liegt es an unserem Fokus oder muss heutzutage jeder jeden und alles bewerten?

Der Hype um Online- oder Kundenbewertungen nimmt scheinbar kein Ende und geht Hand in Hand mit dem Selfie-Wahn, den Bloggern und Influencern.

Während wir Erwachsenen meist noch zu unterscheiden wissen, scheinen jüngere Menschen jegliche Verantwortung aus der Hand zu geben und richten sich nur noch nach der Meinung anderer.

Nur keine eigenen Entscheidung treffen, die letztendlich immer auch einen Irrtum beinhalten könnten. Die anderen haben sich schließlich bereits ein Urteil gebildet. Fällt die eigene Einschätzung anders aus, sind diese schuld oder die Rezensionen wurden gefaked.

Dabei war ein Hotel schon immer ein Hotel. Auch wenn es 10 Leute cool finden, muss man es selbst dennoch nicht mögen.

Ein Immobilienmakler kann an den meisten Tagen sehr freundlich sein und korrekt arbeiten. Aber gerade vor unserem Besuch hat ihm seine Frau angedroht, ihn zu verlassen. Sein Fahrzeug ist nicht angesprungen und er hat dazu noch einen Rüffel von seinem Vorgesetzten erhalten. An diesem Tag war er nicht in Bestform. Was sagen uns also 5 gute Rezensionen anderer Interessenten?

Wir haben online eine teuere Kaffeemaschine bestellt. Leider kommt die Sendung beschädigt an, weil der Versanddienstleister das Paket mit Schwung in seinen Lieferwagen geworfen hat. Ist der Verkäufer nun untauglich oder sogar die Ware einfach Schrott?

Oder leider auch Realität: Wir selbst sind mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden. Übelst gelaunt betreten wir einen Laden und sind eigentlich schon auf Krawall gebürstet. Vielleicht vergreifen wir uns selbst im Ton und warten nur auf den nächsten menschlichen Blitzableiter. Ist wirklich die Verkäuferin schuld, der Ladenbesitzer oder die Ware, die hier verkauft wird?

Sind wir nicht eigentlich auch geneigt, bei einem mittelmäßigen Urteil anderer Menschen, selbst schneller einen Haken zu finden und Fehler weniger schnell zu „verzeihen“?

Aber es geht noch subjektiver: Essen im Restaurant, Bücher oder angesagte Kinofilme. Es nützt leider nichts – hier müssen wir selbst in den sauren Apfel beißen und unsere eigenen Erfahrungen machen. Kundenbewertungen anderer können hilfreich sein, können aber auch vollständig von unserem eigenen Geschmack abweichen.

Wie sagte schon Forrest Gump? „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel – man weiß nie, was man kriegt.“

Ganz abgesehen davon:

Die Quote der abgegeben Bewertungen zu den tatsächlichen Verkäufen oder Besuchen liegt durchschnittlich bei ca. 5 % (abhängig von der jeweiligen Branche). Will heißen: 95 % der Menschen, die mit einem Unternehmen Erfahrungen gesammelt haben, geben ihre Meinung gar nicht preis. Alleine aus diesem Grund können Bewertungen keinesfalls ein Abbild der Wirklichkeit sein.

Online-Bewertungen? Einfach ignorieren!

Online-Bewertungen? Einfach ignorieren!

Als Unternehmensberatung haben wir tagtäglich mit dem Phänomen Bewertungen oder Rezensionen und Reviews zu tun.

Abgesehen davon sind wir selbst ein Unternehmen. So glauben so einige Zeitgenossen, unser Wissen und Geschäftsgebaren bewerten und beurteilen zu können.

Wir selbst sind allerdings vollkommen schmerzfrei und immun gegen Onlinebewertungen.

Denn:

  • Unsere zahlreichen langjährigen Kunden bewerten uns grundsätzlich nicht und wir unterlassen dies ebenfalls. Wie wenig intelligent kann man sein und seine Geschäftsverbindungen öffentlich zur Schau zu stellen? Stichwort: Wettbewerbsvorteil.

  • Personen, die uns bewerten, haben meist keine Erfahrung mit unserem Unternehmen gesammelt. Oft haben sie sich bei uns beworben, waren nicht in der Lage irgend eine Leistung zu erbringen und wurden daher wieder „entsorgt“. Aus Rachegelüsten wird von einfacheren Gemütern daher schnell einmal eine negative Bewertung fabuliert.

  • Uns fehlen Zeit und Interesse, uns über jeden Schwachsinn aufzuregen, der über uns – über die doch recht umfangreiche Internetwelt – verbreitet wurde.

  • Wir freuen uns über nette Posts von kurzzeitigen Geschäftspartnern, die wir ebenso freundlich erwidern. Was der Mob über uns postet, tangiert und nicht einmal am Rande.
  • Alles Unternehmen, welches seine Fühler auch in Richtung Bewertungsmanagement ausgestreckt hat, wäre es uns ein Leichtes, jeder negativen Bewertung zwanzig positive Rezensionen entgegenzusetzen. Aber wozu??? Wir und die Menschen, die ernsthaft mit uns uns zusammenarbeiten, wissen wer wir sind und was wir können.

Aber auch allen Privatpersonen können wir nur raten, Bewertungen einfach zu ignorieren!

  • Bewertungen sind immer nur Meinungen von anderen (Privat-)Personen. Auf Grund dessen sind sie keine unabhängigen Testergebnisse, sondern eine Momentaufnahme des persönlichen Empfindens des Rezensenten. Somit für die eigenen bewussten oder unbewussten Erwartungen völlig wertlos.

  • Bewertungen können gefälscht sein. Ob positiv oder negativ. Auch wenn so mancher meint, er könne dies sofort sehen. Nein, selbst Fachleute täuschen sich bei dieser Thematik. Daher sind sie grundsätzlich wertlos.

  • Die meisten Rezensionen werden im Zustand der emotionalen Aufruhr abgegeben. Will heißen: Der Rezensent war außerordentlich begeistert oder außerordentlich enttäuscht. Interessant zu sehen, dass das Mittelfeld weniger belegt ist und durchschnittliche Einkaufserlebnisse überhaupt nicht beurteilt werden. Somit bilden sie nicht einmal entfernt etwas wie die „Wahrheit“ ab und sind daher relativ wertlos.

  • Wir kennen die Beweggründe nicht, weshalb der jeweilige Kunde oder Käufer ein Review hinterlässt. Rache? Die ehrliche Motivation, andere Besucher zu unterstützen? Erpressungsversuche? Habsucht? Die Freude, sich mitzuteilen? Selbstdarstellung? Wie können wir auf ein Urteil vertrauen, von dem wir nicht wissen, unter welchen Voraussetzungen es zustande kam?

  • Diverse Bewertungsportale (z. B. Jameda, Yelp, Trusted shops, Holidaycheck ) sammeln zwar Rezensionen für Unternehmen ein. Allerdings behalten sie sich selbst eine Zensur vor. Von Verbrauchern abgegebene Bewertungen werden durch ominöse und intransparente Filter geschickt und dort nach Gusto ausgesiebt. Was will uns dies sagen?

  • Ehrliche Bewertungen werden von Unternehmen entfernt. Oft unter Anrufen von Gerichten und unter Zuhilfenahme von Rechtsanwälten. Welchen Nutzen hat dann noch Bewertungsprofil, welches aus „genehmen“ Rezensionen besteht, während die Unliebsamen aussortiert wurden?
  • Firmen, die eine höhere Bewertungsquote als 5 % vorzeigen können, dürfen sich glücklich schätzen! Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass 95 % aller Kunden die Sache vielleicht ganz anders sehen. Somit können bis zu 5 % aller Käufer oder User kaum die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Anbieters abbilden.

Zu den aufgeführten gäbe es noch endlose Argumente, warum Kundenbewertungen für Verbraucher mehr oder weniger wertlos sind. Sicher können sie in vielen Fällen Tendenzen aufzeigen. Ob diese allerdings unseren eigenen Ansprüchen genügen, sei dahingestellt.