Schön, dass man uns (Klein-)Unternehmer in Zeiten der Pandemie und Behördenwillkür nicht im Regen stehen lässt.

Die Selbständigkeit ist ja geprägt von 1000 Unwegsamkeiten, Unsicherheiten und leider auch Abhängigkeiten von Hinz und Kunz.

Die absolute Freiheit, von der so viele träumen, sieht marginal anders aus.

Wir beugen uns vor

  • dem Kunden
  • dem Verbraucher
  • Gesetzen und Verordnungen
  • allen möglichen Behörden und deren Anforderungen
  • der Saison, dem Wetter
  • der Marktlage
  • den Mitbewerbern
  • dem Finanzamt
  • unsinnigen Institutionen wie IHK
  • den Schikanen der VG Wort
  • und so weiter und so fort

Umso schöner, dass wir während der Corona-Pandemie nicht vergessen werden, sondern auch uns – die wir ja üblicherweise keine Beiträge in die Sozialkassen einzahlen – geholfen werden soll.

https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-grundsicherung/

Ganz nebenbei erwähnt:

  • viele von uns haben vor der Selbständigkeit Jahre und Jahrzehnte lang bereits in die Sozialkassen eingezahlt, ohne jemals deren Leistungen in Anspruch genommen zu haben
  • einige würden gerne in die Sozialsysteme einzahlen, dürfen es aber nicht
  • die meisten von uns zahlen aber Steuern bis sie aus den Ohren bluten, denn der Fiskus ist nicht gerade für seinen Humor bekannt.

Lange Rede – kurzer Sinn:

Selbstverständlich habe ich erst einmal einen Teil meiner Eigenmittel verbraucht, bevor ich mich umgesehen und festgestellt habe, dass hier Hilfen für Unternehmen ausgeschüttet werden, die mittel- oder unmittelbar von der Corona-Pandemie betroffen sind.

Frau Holtz von der Arbeitsagentur (oder war das das Jobcenter? Ich bin mit dieser Art der Bürokratie noch nicht ganz vertraut 😉 ) hat mich heute ein wenig schnippisch gefragt, warum ich meinen Antrag (der seltsamerweise angeblich verschwunden ist) nicht früher gestellt hätte.

Typische Frage aus deutschen Amtszimmern! Hier schwingt gerne der Vorwurf mit, dass man schließlich selbst an seinem „Elend“ schuld sei.

Warum ich meinen Antrag nicht früher gestellt habe? Für mich eine widersinnige Frage, denn

  • wie schon erwähnt, ist für die meisten Selbständige wirklich nicht absehbar, wer morgen das Geschäft aufsuchen, online bestellen oder eine Dienstleistung beauftragen wird (so etwas kann nur ein Gehaltsempfänger fragen, der pünktlich am 1. sein Geld auf dem Konto vorfindet)
  • ich bin es gewohnt, erst einmal selbst zu sehen, wie weit ich mit eigenen Mitteln kommen kann
  • ich suche nach Lösungen, um mit einem zweiten bzw. dritten Standbein mehr Umsatz zu generieren: sorry, dass so etwas ein paar Tage in Anspruch nimmt

Im Übrigen bin ich absolut glücklich, dass die Dinge nach meiner digitalen Antragstellung am 24.12.2020 völlig unkompliziert gehandhabt werden:

https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-grundsicherung/

Welche Freude, dass es eine vereinfachte Antragstellung gibt!

https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-grundsicherung/

Wie bereits erwähnt, hatte ich nach meiner digitalen Antragsstellung vom 24.12.2020 heute einen Anruf von Frau Holz aus dem zuständigen Jobcenter. Dabei stellte sich heraus, dass

  • mein eigentlicher Antrag angeblich verschwunden sei (Kopien des übermittelten Antrags liegen mir vor – warum auch immer: Behörden gegenüber bin ich ein wenig misstrauisch 😉 )
  • die Vereinfachung des Antrages auf ALG II darin liegt, dass man Ersparnisse unter 60.000€ nicht angeben muss (Whaaaaaaaaaaaaat? Leute mit 59.000€ auf der hohen Kante bekommen Stütze??? Ich merke schon, dass ich ein wenig blauäugig durch’s Leben laufe)
  • die upgeloadeten Unterlagen komplett sein müssen und nicht nur die Fakten anhand von Zahlen nachweisen dürfen. Sorry, ich wusste nicht, dass ein gefühlt 17-seitiger Mietvertrag in Gänze übertragen werden muss.

Heidenei, das wird ein Spaß!

Der digitale Antrag auf Grundsicherung ist in der Bananenrepublik Deutschland wohl eher Fake.

Denn nun wird mir der Antrag nebst 57 Beiblättern (sehr vereinfacht!) postalisch übermittelt und ich bin sehr gespannt, mit wie vielen Blättern als Anlage er wieder zurückgeschickt werden muss.

Ich berichte und verfüge – Gott sei Dank – noch über ausreichend gebrauchte Versandkartons vom weltgrößten Onlineversandhaus. 😉

Categories:

No responses yet

Schreibe einen Kommentar