Schnell war sie ja, die Gute vom Jobcenter in Neustadt! Montag Anruf und Dienstag war bereits der Antrag mit gefühlt 14 Anlagen im Briefkasten. Allerdings hatte ich gestern nicht den Nerv, mit dem Ausfüllen anzufangen. Ich musste die Papierwüste erst einmal sacken lassen …

Das Gute: Es handelt sich schließlich um einen vereinfachten Antrag.

Okay, ich bin ursprünglich Verwaltungsfachfrau. Und da ich selbst Anträge bearbeitet hatte, macht mir das Behördendeutsch nun keinerlei Probleme.

Was mich hingegen nervt:

  • In jedem Antrag und jeder Anlage müssen die bereits bekannten Daten immer wieder erneut eingetragen werden.
  • Der digitale Antrag ist ein schlechter Witz: Obwohl ich einen Nachweis habe, ist der Hauptantrag angeblich nicht übertragen worden. Und was das Ganze zur Farce macht: Online wird man darüber informiert, dass eine Unterschrift nicht erforderlich sei. Im Nachhinein erfährt man allerdings, dass der Antrag ohne Unterschrift nicht bearbeitet werden kann. Heißt: Doch wieder auf die Originale warten, ausfüllen, unterschreiben, einschicken. Fortschritt nur um der Statistik willen?
  • Und was mich wirklich in den Wahnsinn treibt: Man muss nun Unterlagen herankarren, die beim Steuerberater liegen; Adressen und Einkommensnachweise von Menschen bringen, von denen man nicht einmal weiß, wo sie aktuell wohnen oder Kontoauszüge von Geschäftskonten vorlegen, deren Geschäftsvorgänge beim Jobcenter ganz sicher keiner beurteilen kann.
  • Über allem schwebt natürlich stillschweigend der Vorwurf, dass man sich vielleicht unrechtmäßig bereichern will (ja, 400 € sind schon ein Haufen Holz, für das man gerne mal einen Betrugsverfahren riskiert 😉 )

Hallo Leute, wir haben nichts falsch gemacht und leiden enorm unter den zweifelhaften Corona-Aktionen der Bundesregierung. Und ihr wollt am liebsten wissen, mit wem wir ab und zu unser Schlafzimmer teilen? Denn just diese Person könnte ja verpflichtet werden, für uns aufzukommen?

Ich schweife ab, denn schließlich waren diese Anlagen noch nicht alles, was ich einzureichen habe:

Natürlich ist das noch nicht alles, denn wie man sehen kann, handelt es sich bei der obigen Auflistung nur um Seite 1!

Kurz und bündig:

Ich habe mich an das Ausfüllen des Antrages gemacht und bin nach 1,5 Stunden, incl. Raussuchen, Einscannen, Upload, schon recht weit gekommen.

Allerdings habe ich jetzt einfach keine Lust mehr, denn ob der Antrag bewilligt wird, steht ja sowieso noch in den Sternen. Ist ja erst einmal nur eine „Anfrage“.

Daher habe ich mir die größte Freude für morgen aufgehoben: Die Anlage VM, in der mein Vermögen geprüft werden soll.

Mit solch erfreulichen Punkten wie alle Kontoauszüge der letzten 2 Monate (privat und geschäftlich), jedem Sparvertrag und natürlich auch Fragen zu meinem Firmenfahrzeug, wie z. B. der Tag der Erstzulassung und der aktuelle Kilometerstand.

Dann noch rasch den Personalausweis, die Gewerbeanmeldung, evtl. Verdienstbescheinigungen und die besagten Kontoeinzüge rausgesucht, eingescannt, upgeloadet, alles in einen Umschlag gepackt, zur Post gepilgert und das war’s dann auch schon.

Es sei denn, ich hätte etwas übersehen …

Categories:

No responses yet

Schreibe einen Kommentar