Negative Bewertungen durch die Konkurrenz

Der ganze Bereich Bewertungen, Rezensionen, Kundenbewertungen, echte oder gefälschte Bewertungen ist ein reines Minenfeld!

Was unter der Überschrift „Hilfestellung für den Kunden“ läuft, stellt sich bei genauerem Hinsehen als Kriegsschauplatz dar: Schießen, Hauen, Stechen ist die Devise …

Wer hinter die Kulissen sieht, kann sich eigentlich nur noch wundern, was hier alles geschieht und wovon die breite Öffentlichkeit – trotz reger und reißerischer Berichterstattung in den Medien – keinen blassen Schimmer hat.

Onlinebewertungen der eigenen Kunden sind nicht immer fair!
  • Nicht nur, dass die sogenannten echten Bewertungen dazu missbraucht werden, Dampf abzulassen oder Händler zu erpressen (auch gerne mal bei Ebay genutzt). Will heißen: Kunden die tatsächlich bei Ihnen eingekauft oder Ihre Dienstleistung in Anspruch genommen haben, möchten sich einen Extra-Bonus erschleichen, indem sie über die Maßen auf Kleinigkeiten herumreiten – oder Ihnen ganz klar drohen, eine negative Rezension abzugeben, falls sie dies oder jenes nicht kostenlos bekommen.
  • Besonders bei Amazon haben manche Käufer noch nicht registriert, dass sie nicht beim Händler Amazon einkaufen, sondern dass der Multi auch als Sammelbecken für Online-Verkäufer auftritt. Was eigentlich an die Adresse der Plattform – die nicht immer so kundenfreundlich ist, wie sie es sich auf die Fahnen schreibt – gerichtet sein soll, landet beim (manchmal) unschuldigen Verkäufer.

Und was Amazon seinen Verkäufern tatsächlich abfordert (seien es horrende Gebühren, ein gnadenloses Ranking und die „Unterwerfung“ unter deren diktatorischen Regularien), kann Otto-Normalverbraucher nicht einmal erahnen.  Muss er auch nicht, denn der Kunde liebt es bequem und kuschelig

Der Verkäufer muss allerdings nicht nur den Käufer und Amazon zufriedenstellen (oder jedes andere Portal, auf das er sich einlässt). Unglücklicherweise sind da auch die Mitbewerber, von denen manche mit allen Mitteln versuchen, auf den vorderen Plätzen gelistet zu sein. Dies gilt leider auch für Google, Ebay, Onlineshops, Hotelportale und alle anderen Bewertungsplattformen …


Eine probate Methode: Negative Bewertungen und Rezensionen für die Konkurrenz abgeben oder abgeben lassen.


Diese Manipulation verfehlt selten ihr Ziel. Gerade bei Newbies und/oder Artikeln mit wenigen Kundenbewertungen kann dies das vorzeitige Aus für einen Händler bedeuten. Aber auch Shop-Betreiber, die bereits viele positive Kundenmeinungen vorweisen können, können von solcher Hinterlist empfindlich getroffen werden. Die erste negative Rezension hat leider eine psychologische Wirkung auf die nächsten Interessenten. Wo sich schon einmal ein Kunde betrogen fühlte oder die Produkte offensichtliche Mängel aufweisen, kann schließlich etwas nicht in Ordnung sein …

Natürlich kann sich der zu Unrecht Gescholtene mit rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen. Dies ist allerdings nur in geringem Umfang möglich. Denn dazu muss das Urteil Verunglimpfungen, Rufschädigungen oder Beleidigungen enthalten. Wenn sich nur eine unangenehme Meinung in der Kundenbewertung befindet, gibt es auch keine gesetzliche Grundlage, die eine Entfernung erzwingen könnte.

Lässt sich überhaupt herausfinden, ob die vernichtende Bewertung von einem Mitbewerber stammt?

  • Ein Hinweis kann das öffentlich sichtbare Profil des Rezensenten sein. Mit etwas Erfahrung können Sie schnell identifizieren, wer und was hinter einem Account stecken könnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der ein anderes Unternehmen diffamieren möchte, unter seinem Klarnamen postet ist allerdings eher gering.
  • Versuchen Sie, den Käufer der Bewertung zuzuordnen. Leider funktioniert das nicht immer, aber bei wenigen Verkäufen kann dies durchaus gelingen. Ein Rat, den wir nicht gerne geben: Googlen Sie die verdächtige Person mit ihrem Namen und ihrer Adresse. Manches Mal ergeben sich die erstaunlichsten Zusammenhänge …
  • Neidvolle Mitbewerber und Helfer vermeiden es oft, einen Bewertungstext zu veröffentlichen. Um nicht aufzufallen oder sich nicht zu „verplappern“, posten Sie oft nur einen einzelnen Stern und dies von verschiedenen Profilen aus.
  • Möglicherweise haben Sie auch schon offenen Streit oder eine Abmahnung mit Unterlassungsverfügung der Konkurrenz erhalten. Erhalten Sie in Folge viele negative Äußerungen in Ihren öffentlichen Profilen, dürfte die Sache klar sein.

ABER: Durch Ihr Wissen, dass nicht Ihre schlechten Leistungen Grund zu Beanstandungen liefern, verschwindet die üble Nachrede nicht aus Ihren öffentlichen Profilen. 

Letztendlich gibt es dann nur zwei vernünftige Möglichkeiten:

  • Melden Sie der jeweiligen Plattform Ihren Verdacht mit stichhaltigen Argumenten. Überstrapazieren Sie den jeweiligen Support aber bitte nicht. Viele Verkäufer versuchen diesen Weg, um einfach alle negativen Bewertungen „platt zu machen“. Verständlich, aber nicht im Sinne des Erfinders. Gelingt Ihnen allerdings ein mehr oder weniger lückenloser Nachweis Ihrer Behauptung, können Sie eventuell Erfolg haben.
  • Wenn Sie mit dieser Vorgehensweise kein Glück haben, antworten Sie zumindest auf die böswillige Äußerung. Sollte es sich z. B. um eine nicht-verifizierte Rezension handeln, können Sie durchaus Ihre Zweifel äußern, ob der vermeintliche Kunde ihr Produkt überhaupt jemals zu Gesicht bekommen hat.  Mit einer geschickten Formulierung können Sie dem nachfolgenden Leser Ihrer Kommentare durchaus klar machen, was von diesem Pamphlet zu halten ist.

Keine rechtliche Handhabe?

Sie möchten diese Äußerungen nahezu zum Verschwinden bringen?

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