Dreiste Lüge: rechtssichere Bewertungen

Dreiste Lüge: rechtssichere Bewertungen

Wie existenziell Onlinebewertungen oder Kundenbewertungen und Rezensionen für Dienstleister, Händler, Shopbetreiber und andere Unternehmer geworden sind, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben.

Der Kunde verlangt danach – der Kunde ist König – also bekommt der Kunde, was er gerne haben möchte. Er möchte nicht mehr selbst denken, sondern sich auf andere verlassen. Und ihnen im besten Fall noch die Schuld für einen Fehlkauf zuschieben. 

Oder er traut den Anbietern im World Wide Web nicht mehr, denn was sich alles an Händlern und Verkäufen auf den verschiedenen Plattformen tummelt, lässt sich in Einzelfall schwerlich als Firma oder Unternehmen bezeichnen.

„Richtige“ Unternehmer gab es vor langer Zeit einmal. Heute kann sich jeder Hans und Franz als Gewerbetreibender oder Firmeninhaber bezeichnen. Keine Ahnung von Gesetzen, keine Ahnung von Business, keine charakterliche Eignung und – dank Dropshipping – wird nicht einmal eine eigener Warenbestand benötigt.


Und so sehen die Verkäufe und Servicedienstleistungen dann auch aus!


Kein Wunder, wenn man kaum mehr wagt, irgend einem x-beliebigen Onlineshop sein sauer verdientes Geld anzuvertrauen. Also sollte man tunlichst nach Erfahrungen anderer Kunden Ausschau halten: den Bewertungen und Rezensionen vermeintlicher Vorgänger. 

Um es kurz zu machen: Die Nieten unter den Unternehmern kaufen sich mal eben Bewertungen, damit sie möglichst schnell ihren Schrott an die Frau/an den Mann bringen. Manche machen sich dann mit dem ergaunerten Geld aus dem Staub, denn einen anderen Sinn hatte die Firmengründung überhaupt nicht.

Andere Firmeninhaber wollen den Kunden gezielt täuschen, kaufen Bewertungen irgendwo ein und geben sogar noch die Rezensionstexte vor. Bloß keine echte Kundenmeinung aufkommen lassen, denn die könnten die Wahrheit zu Tage fördern.

Vollkommen unbedarfte Firmenbesitzer schreiben ihre Rezensionen selbst, spannen die Familie mit ein und verlangen von ihren Mitarbeitern, dass sie ebenfalls Bewertungen für das eigene Unternehmen abgeben. Leider haben sie die Rechnung nicht mit den Internet-Usern gemacht, die diesen Schwindel durch ein paar Mausklicks ziemlich schnell entlarven können. Dumm gelaufen: Wie gut die Produkte oder Dienstleisters auch sein mögen – wenn so plump betrogen wird, startet der potenzielle Kunde nicht einmal mehr den Versuch einer Geschäftsbeziehung.

Diesem ganzen Treiben sehen die echten Unternehmer zu. Diese Menschen, die mit Herzblut und ihrem ganzen Kapital bei der Sache sind. Manche dieser Firmeninhaber stecken ihr ganzes Geld und ihre komplette Zeit in ihr Unternehmen oder ihre Dienstleistung, lieben ihren Job und möchten mit soliden Produkten und vernünftigen Leistungen ihr Geld verdienen.

Dummerweise haben die Guten wenig Chancen, sich genauso schnell am Markt zu etablieren, denn ein echter Bewertungsverlauf kann zum vorschnellen Aus einer echten Firma führen.

Möglicherweise wird auch ein seriöser Firmenbesitzer daher auf die Idee kommen, dem Bewertungsszenario ein wenig nachzuhelfen. Wer keine betrügerischen Aktionen unterstützt, sondern auf das Urteil von Testkäufern hofft (denn die Forderung zur Abgabe einer Bewertung ist schon wieder ein manipulativer Eingriff), wird sich nach der Möglichkeit umsehen, rechtssichere Kundenbewertungen zu generieren.

Und hier liegt die Krux: Entgegen der vollmundigen Versprechungen von 99 % aller Bewertungs-Anbieter gibt es keine rechtssicheren Bewertungen, die initiiert wurden!!!

 

Genauso wenig gibt es:

  • geprüfte Produkttester
  • amazonkonforme Rezensionen
  • echte Google-Bewertungen

sofern sie käuflich erworben wurden bzw. aus irgend einem Grund oder auf irgend eine Art initiiert sind. Punkt.

Ein Erwerb über Gutscheincodes macht alles noch schlimmer, denn Gutscheine sind schließlich exakt nachvollziehbar. Es fällt ja kaum auf, wenn eine Person Gutscheine in großen Mengen ordert und diese an Tester weiterleitet.  Umfangreiche Löschungsaktionen aller Rezensionen, auch von privat erworbenen Gegenständen der Testkäufer, sind die Folge!

Die Einbindung von Amazon-Logos, sogenannte „deutsche“ Rezensionen, eine angebliche Zusammenarbeit mit Amazon (um dieses Marktplatz geht es überwiegend), die Verwendung von englischsprachigen Redewendungen und die „Beweisführung“ durch tolle Grafiken auf der eigenen Homepage, dienen nur einem Zweck: dem potentiellen Kunden Sand in die Augen zu streuen.

„Echte“ gekaufte oder gesponserte Bewertungen gibt es auf Grund der Richtlinien der Plattformen und des deutschen Wettbewerbsrechtes nicht. Dazu müssen wir nicht einmal juristisches Wissen bemühen – der gesunde Menschenverstand sagt es uns …

Ob eine Firma nun Bewertungen kauft oder nicht, bleibt dahingestellt. Nur sollte man als Dienstleister mit offenen Karten spielen bzw. wissen, was man eigentlich tut. Zu einer fairen und kompetenten Beratung gehört unseres Erachtens auch, dem Anfragenden reinen Wein einzuschenken. Denn: Bewertungen kaufen oder nicht kaufen – beides kann unangenehme Konsequenzen haben.

 

 

Eine Antwort

  1. […] weit, so schlecht. Wer Bewertungen kauft, verstößt nicht nur gegen die Regularien von Google, Holidaycheck, Tripadvisor und Konsorten. Er […]

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