Kostenlose Probetexte? Schon klar!

Kostenlose Probetexte? Schon klar!

Eine neue Masche, um kostenlos an Content zu gelangen, scheint sich immer weiter zu verbreiten. Mit der verlockenden Aussicht, gewinnbringende Textaufträge, ja vielleicht sogar Daueraufträge oder eine mögliche Festanstellung zu bieten, wenden sich angebliche Auftraggeber an Texter. Natürlich nur unter der Bedingung, dass vorher kostenlose Textproben erstellt und abgegeben werden.

Was viele Auftraggeber – und leider auch Texter – für „ganz normal“ halten, empfinde ich als absolut unangemessen. Sogar bei Texterbörsen, die für eine ganz klare Einstufung sorgen, glauben einige Auftraggeber, die Texter müssen sich erst noch mit einem Probetext – möglichst unique – bei ihnen bewerben. Einige Auftraggeber verlangen von den Textern, zusätzlich noch geeignete Themenvorschläge einzubringen, um die Eignung des Schreibers beurteilen zu können. Hallo, geht’s noch? 

Ein besonders dreister Möchtegern-Auftraggeber hat sich vor einigen Wochen an mich gewandt und mir die Zusammenarbeit mit einer großen Frankfurter Agentur in Aussicht gestellt. Um zu entscheiden, ob ich für diese groooooooooooße Agentur geeignet sein, hätte er gerne kostenlose Textproben gehabt. Aber selbstverständlich  1 Normseite nach seinem Briefing … 

Mir war bereits beim ersten Kontakt klar, woher der Wind weht und ich habe ihn auf meine Website verwiesen. Hier kann er sofort feststellen, ob er mit meiner Schreibe etwas anfangen kann. Mehr Mustertext geht nicht! Im weiteren Verlauf unseres Kontaktes habe ich ihn darüber aufgeklärt, dass „kostenlos, nach seinem Briefing, eine Normseite“ ein absolutes No-Go ist, ich ihm aber den gewünschten Text gerne nach seinen Vorgaben zum Sonderpreis bearbeite.

Daraufhin habe ich von ihm gehört, das seine Vorgesetzten eine andere Entscheidung getroffen hätten, die er nicht beeinflussen konnte, bla, bla, bla … So einfach trennt sich die Spreu vom Weizen!

Also, liebe Kollegen, lasst Euch nicht für dumm verkaufen. Oder habt ihr etwa in der Metzgerei schon mal nach einem kostenlosen Probe-Braten, beim Friseur nach einem kostenlosen Probehaarschnitt oder bei einem Maurer nach einer kostenlose Probegarage gefragt? Warum also sollen wir dann kostenlos arbeiten?

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