Geheimtipp: Fake-Bewertungen schreiben

Immer wieder witzig, so auch diese Woche: Eine unbedarfte Mitarbeiterin der Galileo-Redaktion hatte mich vor ein paar Tagen angerufen. Nachdem sie schon bei den Kollegen aus anderen Firmen gescheitert war (welch‘ Wunder), rief sie bei uns an. Schon bei ihrem „Rumgedruckse“ wurde mir klar, dass hier etwas im Busch ist. Aber als höflicher Mensch lies ich sie natürlich ausreden …

Sie wollte sich informieren, ob wir auch Restaurantbewertungen abgeben. Sofort war mir klar, dass es sich wieder einmal um einen Verriss von Restaurants und/oder Agenturen und/oder Testpersonen handeln sollte. Dies sei zwar angeblich nicht der Fall, aber sie bot mir schließlich ein anonymes Interview an. Warum denn anonym, wenn alles gut ist?

Einmal davon abgesehen, dass es bei uns keine Fakebewertungen zu erwerben gibt, fand ich ihre Naivität sehr amüsant.


„Hallo, wir recherchieren bzgl. der Verletzung des Bankgeheimnisses. Können Sie mir als Leiter dieser Sparkasse dazu ein paar Informationen zukommen lassen? Natürlich anonym.“ Geht’s noch???


Aus guten Gründen gibt es bei uns keine telefonischen Beratungen und Auskünfte. Blitzschnell hatte sie kombiniert, dass dies wohl daran läge, dass wir uns im einen Graubereich bewegen würden. Ich musste sie enttäuschen. Wir vertrauen eher auf die Schriftform, als auf ein Telefonat.

Aus einem ganz lapidaren Grund: Was mündlich vereinbart wurde, gerät schnell in Vergessenheit und niemand kann sich im Anschluss noch genau daran erinnern. Tja, schade. So schnell lasse ich mich dann doch nicht hinter’s Licht führen. Daher bat ich die Dame, mir eine Email bzgl. ihres Anliegens zukommen zu lassen. Darauf warte ich heute noch …

Und bevor sie mich tatsächlich vergisst, möchte ich einfach hier einige Tipps veröffentlichen, wie man erfolgreich gefälschte Bewertungen schreibt:

  • Bewerte immer mit Deinem Klarnamen

Kaum zu glauben, aber ich habe nicht nur einmal Firmenbesitzer erlebt, die mit ihrem Klarnamen, der auch im Impressum zu finden ist, ihre eigene Firma oder Dienstleistung in den Himmel loben. Böses Faul!

  • Animiere auch Deine Kinder und Ehefrau, es Dir gleich zu tun

Nein, auch das ist kein Spaß! Unter Kopfschütteln bereits öfter gesehen …

  • Viel hilft viel

Eine Bewertung ist gut, viele Bewertungen können also nur noch besser sein. Besonders, wenn diese am gleichen Tag für das gleiche Produkte abgegeben werden. Besonders, wenn der Artikel vorher noch niemals rezensiert wurde. Fällt fast gar nicht auf …

  • Frage Deine Angestellten, die bezahlst Du ja sowieso

Auch nicht wirklich gut durchdacht. Angestellte können in ein Konkurrenzunternehmen wechseln oder sauer sein, weil sie bei der Bitte um eine Gehaltserhöhung zurückgewiesen wurden.  Und dann?

  • Lege Dich mit den Portalen an, falls sie Deine Bewertungen nicht veröffentlichen

Aber klar doch! Bestehe unbedingt und am besten noch mit dem Hinweis auf rechtliche Folgen auf einer Veröffentlichung, wenn Deine Bewertungen bei Jameda und Co. angezweifelt werden. Oder denke einfach nochmals darüber nach, ob man mit Steinen werfen sollte, wenn man im Glashaus sitzt …

  • Suche Dir einen Fälscher im Darknet

Nur wundere Dich dann bitte nicht, wenn auf einmal auch Deine Unternehmensseite gleich mitgehackt wird.

Nein, tut mir leid, bitte keine Unterstellungen. Ich habe weder etwas gegen Inder, noch möchte ich dieser Personengruppe irgendwie zu nahe treten. Der Inder steht nur als Synonym für krude Fantasien, wo man billige Rezensionen kaufen könnte.

  • Gib‘ Deinen Rezensenten den Bewertungstext vor

Dieser Punkt wird gerne von Autoren genutzt. Denn wer könnte schon bessere Novellen verfassen, als ein Buchautor selbst? Betrug, so einfach durchschaubar und eine Beleidigung für jeden Test-Leser.

 

Falls Sie noch mehr Tricks & Tipps suchen, können Sie sich vertrauensvoll an uns wenden. Aber bitte per Email …

 

 

 

 

 

 

 

 

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