Amazon-Vine? Quatsch mit Sauce!

Viel Aufhebens wurde in den letzten Wochen und Monaten um die Regeländerungen von Amazon gemacht. Zuerst wurde im Mutterhaus jenseits des großen Teiches beschlossen, dass Rezensionen und Bewertungen von professionellen Produkttestern gelöscht werden. Dann hat sich diese Änderung auch bei uns bemerkbar gemacht. „Bezahlte“ Rezensionen und Bewertungen wurden und werden gelöscht …

Angeblich, weil die Kunden das Vertrauen in die zahlreichen positiven Bewertungen verloren haben. Und immer noch herrscht Verwirrung, auch unter den Händlern und Herstellern, was eigentlich noch erlaubt oder verboten ist.

Genauso, wie um den Begriff „Fake-Bewertung“. Für uns ist eine Fake-Bewertung eine Rezension, deren Verfasser das Produkt niemals zu Gesicht bekommen hat. Oder eine Bewertung, die absichtlich negativ formuliert wurde, um einem Mitbewerber zu schaden. Oder der Versuch, offensichtlichen Schrott durch viele gute Rezensionen zu hypen. Liebe Bewertungswächter, keine Sorge: Das funktioniert sowieso nicht. Denn die vielen „echten“ Kunden, die ihrem Unmut Luft verschaffen würden, werden das geschönte Bild im Handumdrehen wieder gerade rücken.

Ganz eindeutig übrig geblieben ist der firmeneigene „Vine-Club„. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Aber sicher darf man sich ein paar Fragen dazu stellen.

Der Betreiber eine Online-Handelsplattform schließt einen Pakt mit einigen Herstellern und Händlern, den er sich auch noch teuer bezahlen lässt?

  • Die Firmen müssen kostenlose und vollwertige Produkte zusätzlich zur Verfügung stellen, die dann von Amazon verteilt werden?
  • Die Auswahl der Testpersonen wird vom Großhändler geheim und unter unbekannten Bedingungen getroffen?
  • Amazon itself weiß, wen sie zu den Produkttests einladen sollten und wer zuverlässig ist?
  • Amazon kann bei Privatpersonen völlig ausschließen, dass dort keine geschönten Bewertungen abgegeben werden, um weiter im Kreis der Auserlesenen bleiben zu können?
  • Großkunden geben öffentlich zu, dass Sie vom Vine-Club selbst gesponsert werden oder gesponsert werden müssen? Dies soll Vertrauen beim Kunden wecken?

Nichts liegt uns ferner, als die Vertrauenswürdigkeit der Vine-Tester anzuzweifeln. Aber keine unabhängige Stelle befasst sich mit der Auswahl der Testkäufer, sondern der Betreiber der Plattform selbst sucht sich seine Rezensenten unter nicht bekannten Bedingungen aus. Sollte das nicht zu denken geben?

Und warum sollte Amazon hier unvoreingenommener sein, als jeder andere auch? Agenturen könnten Geld mit Bewertungen verdienen. Der Branchenriese kümmert sich nur aus Nächstenliebe um Bewertungen für seine Händler?

Meine Meinung? Hier wird mit zweierlei Maß gemessen und niemandem sollte unterstellt werden, dass er unseriöser, unehrlicher und unzuverlässiger ist, als der Multi. Alle Argumente, die gegen ein Bewertungsmanagement sprechen, sprechen auch gegen den Amazon-Vine-Club.

Und nicht zuletzt: Sind nicht auch alle Rankings und die Bevorzugung von einigen Wenigen, egal ob bei Amazon, Ebay und anderen Verkaufsplattformen ein ebenso manipulatives Unterfangen?

1 Kommentar zu „Amazon-Vine? Quatsch mit Sauce!“

  1. Pingback: Amazon: 1-Klick-Bewertungen One-Tap Review | Wenn es wirklich gut werden soll…

Kommentarfunktion geschlossen.